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Presseschau: Herabstufung der USA ist Weckruf für Europa

von Handelsblatt

Die internationale Presse macht Politiker als Ursache für die Panik an den Börsen und die Herabstufung der USA aus. Es brauche nun mutige Entscheidungen, um eine neuerliche Rezession zu verhindern - es brenne bereits lichterloh. Die Presseschau.

US-Finanzminister Timothy Quelle: dpa
US-Finanzminister Timothy Geithner Quelle: dpa

„Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA ist in erster Linie eine Herabstufung der Politik der letzten Wochen und Monate“, meint der britische Economist. Die Investoren dürfte der Schritt von Standard & Poor‘s kaum überrascht haben, er sei vorhersehbar gewesen. Doch was die Ratingagentur deutlich gemacht habe, sei ihre Unzufriedenheit mit dem Schulden-Deal des US-Kongresses und des „waghalsigen Polittheaters“ im Vorfeld. „Es geht nicht darum, ob die USA in der Lage ist zu zahlen, denn das ist sie. Es geht darum, ob die Regierung zahlen will.“ Die Wirtschaft funktioniere dank eines stabilen, ausgefeilten Kreditmarktes und dank des Vertrauens. „Wenn Vertrauen verloren geht, bricht der Markt zusammen.“ Dieses Vertrauen hätten Amerikas Politiker verspielt, seine politischen Institutionen funktionierten zunehmend nicht mehr. „Es bleibt zu hoffen, dass der US-Kongress das realisiert. Investoren lernen nichts Neues aus der Herabstufung. Doch die Politiker sollten daraus lernen.“

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Eine historische Herabstufung

Die Financial Times Deutschland beleuchtet die Rolle der Ratingagenturen. Amerika tue so, „als sei es eines Morgens aufgewacht und von mehr als 14.000 Milliarden Dollar Schulden überrascht worden.“ Da verwundere es nicht, dass der „amerikanische Kassenwart“ Timothy Geithner sauer auf Standard & Poor‘s sei und versuche, den Blick von der Politik auf die Ratingagentur zu lenken. Immerhin komme der Herabstufung eine „historische Dimension“ zu. Das Land, das sich bis heute anmaße, Vorbild und Maßstab für die Welt zu sein, sei von einer US-Ratingagentur „bloßgestellt und vorgeführt“ worden. „Sie hat den amerikanischen Politikern in brutaler Offenheit klar gemacht, was sie ihnen zutraut: wenig bis gar nichts.“ Doch auch Europa habe nun jedes Recht verwirkt, Washington an den Pranger zu stellen. „Europäische Spitzenpolitiker werden nicht länger die Mär von den bösen Ratingagenturen erzählen können, die Amerika verschonten und die Eurozone auf dem Kieker hätten.“

Einer Detailfrage zur Herabstufung der US-Staatsanleihen widmet sich Forbes: Es gebe zahlreiche Versicherungsunternehmen, Pensionsfonds oder Banken, die nur AAA-bewertete Anleihen besitzen dürften. „Diese könnten gezwungen sein, ihre US-Staatsanleihen nun zu verkaufen. Droht also doch ein Erdbeben?“ Zwei Aspekte könnten zur Beruhigung beitragen. Zum einen habe nur Standard & Poor‘s die USA herabgestuft, Fitch and Moody‘s hielten ihr AAA. „S&P allein kann nichts ändern.“ Zum anderen habe die Federal Reserve erklärt, dass US-Staatsanleihen sicher seien, egal was S&P sage. „Ist also alles nur ein Sturm im Wasserglas?“ Nein - denn Anleihenhalter im Ausland müssten den Anforderungen ihrer Länder genügen, denen sei es egal, was die Fed erkläre. „Ihre Behörden bestimmen, ob die USA weiterhin ein AAA verdienen oder nicht.“

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