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Regulierung der US-Banken: Nie mehr Geisel der Banken sein

von Andreas Henry

US-Präsident Barack Obama will Banken, die Spareinlagen entgegennehmen, riskante Geschäfte verbieten. Gehen die goldenen Zeiten der Branche zu Ende? Ein Kommentar für WirtschaftsWoche-Korrespondent Andreas Henry aus New York.

Damit hatte niemand gerechnet. Paul Volcker, ehemaliger Chef der US-Notenbank und Mitglied im Beraterstab des Präsidenten, schien bereits abgeschrieben. Über Monate war er immer wieder gefragt worden, ob der Präsident ihm noch Gehör schenke, wenn er seine Ideen zur Regulierung der Finanzmärkte präsentiere. Jetzt steht Volcker wieder in der ersten Reihe neben Barack Obama, als dieser am vergangenen Donnerstag verkündete, wie er verhindern will, dass Banken die USA noch einmal an den Rand des Abgrunds bringen können. Als „Volcker-Regel“ solle man das bezeichnen, was nun auf die Finanzbranche zurolle, lobt der Präsident die Arbeit des 73-jährigen Hünen.

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Kein Eigenhandel, begrenzte Größe

Das Prinzip ist einfach: Keine Bank, die das klassische Bankgeschäft betreibt – also Spareinlagen entgegennimmt und im Gegenzug Kredite vergibt –, soll gleichzeitig einen Hedgefonds oder eine Private-Equity-Gesellschaft betreiben dürfen. Zudem wären solchen Institutionen nur Geschäfte im Kundenauftrag erlaubt, jeglicher Handel auf eigene Rechnung wäre ihnen aber untersagt. Dieser Eigenhandel warf zuletzt wieder fette Gewinne ab. Außerdem ist geplant, die Größe von Banken zu beschränken. Bereits heute darf eine einzelne US-Bank nicht mehr als zehn Prozent der Spareinlagen des Landes halten. Solche Obergrenzen für Marktanteile sind für andere Bereiche geplant, etwa bei der Kreditvergabe. Die Aufseher sollen zudem einschreiten und riskante Geschäfte jeglicher Art untersagen.

Geschäftsmodell der Banken wäre zerstört

Dieses neue Regelwerk würde – falls umgesetzt – das Geschäftsmodell der Wall-Street-Banken zerstören. Es dürfte auch tief greifende Auswirkungen auf internationale Banken haben, die in den USA Geschäfte machen. Anders ist die Reaktion der Börsianer nicht zu erklären, die angesichts der Unsicherheit über die Zukunft der Branche die Kurse der großen Banken in den Sturzflug schickten. Riesen wie JP Morgan, Citigroup und Bank of America müssten ihre Strategie überdenken und sich von Geschäftsbereichen trennen. Auch für die noch stärker vom Handelsgeschäft abhängigen Ex-Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley werden die verschärften Regeln zur Risikokontrolle ernste Folgen haben. Sie müssten sich entscheiden, ob sie als Bank-Holding unter dem Schutz der US-Notenbank bleiben wollen.

Sollten sie diesen Status aufgeben, wären sie in der nächsten Krise auf sich allein gestellt, könnten den Staat nicht in Haft nehmen. Es soll „keine Geiselnahmen mehr geben“, sagt der Präsident. Wer zocken will, darf das. Doch wer verliert, soll nicht mehr darauf bauen, dass ihn der Steuerzahler rettet.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 26.01.2010, 11:05 UhrAnonymer Benutzer: Matthias V.

    1. Paul Volcker ist 82 Jahre alt, nicht 73.
    2. Eine Trennung in Geschäftsbanken und investmentbanken war jahrzehntelang Praxis (Glass-Steagall) und eine Rückkehr zu diesem Prinzip wird schwerlich den Weltuntergang auslösen.

  • 25.01.2010, 23:01 UhrAnonymer Benutzer: Seppl

    Man kann drauf wetten das es sich nicht durchsetzen wird.
    Der Mann ist angezählt. Nur noch Rundumschläge.
    Egal was Herr Obama oder Herr Volcker machen,es wird sich in ein paar Jahren von selbst erledigt haben. Wer immer noch nicht versteht von Politik und Mainstream wie unser Geldsystem funktioniert. Der wird auch keine Lösung parat haben. Nur mit einem neuem Geldsystem ohne Zins und Zinseszins wäre der Welt geholfen. Nachdem man aber diesen Systemfehler ignoriert wird das ganze Finanzsystem zusammen mit allen Staaten den bach runter gehen. Man kann die Menschen an der Nase herum führen aber nicht die mathematik.
    Gute infos gibt es auch hier.
    http://das-bewegt-die-welt.de/

  • 25.01.2010, 20:23 UhrAnonymer Benutzer: Hans H.

    bravo !!!! Genau deshalb wurde Präsident Obama gewählt um die interessen der gesamten Nation zu wahren. Vorbildhaft für die labilen Europäer, denen der Mut zu solch unpopulären Entscheidungen fehlt. Merkel redet nur den Leuten nach dem Mund und entscheidet gegen das Volk.

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