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Rente: Milliardenkosten durch Rentengarantie

von Jan Mallien

Schutzklauseln in der Formel für die Rentenanpassung bewirken eine Umverteilung von Jung zu Alt. Nach neuesten Berechnungen kostet allein die Anwendung der Rentengarantie 2010 den Beitragszahler etwa 10 Milliarden Euro.

Zwei rentner. Die Quelle: AP
Zwei rentner. Die Rentengarantie kostet die Beitragszahler Millionen. Quelle: AP

Obwohl im vergangenen Jahr die Löhne in Deutschland um 0,4 Prozent gesunken sind, brauchen Rentner keine Kürzungen zu fürchten. Dank der Rentengarantie bleibt ihre Alterversorgung konstant.  Die Große Koalition hatte kurz vor den Wahlen 2009 ein Gesetz beschlossen, das Rentensenkungen grundsätzlich ausschließt: Wenn die Löhne fallen, bleiben die Renten trotzdem konstant.

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Der Schutz für die Rentner belastet die Beitragszahler. Zwar werden die unterbliebenen Rentenkürzungen in den Folgejahren schrittweise nachgeholt, doch bis dahin entstehen Mehrkosten. Eine neue Studie* des Mannheimer Forschungsinstituts Ökonomie und Demografischer Wandel hat ermittelt, welche zusätzlichen Belastungen auf die Beitragszahler zukommen. Nach den Berechnungen liegt sich der Beitragssatz durch die Anwendung der Rentengarantie 2010 über fünf Jahre um 0,2 Prozentpunkte höher - was einer Mehrbelastung der Beitragszahler von insgesamt rund 10 Milliarden Euro entspricht.

Schutzklauseln haben zusammen größeren Effekt

Die Rendite der Rentenversicherung ändert sich für die verschiedenen Geburtenjahrgänge jedoch kaum. Rentner mit Garantie profitieren von einer um 0,006 bis 0,007 Prozentpunkte höheren Rendite. Die Jahrgänge ab 1950 und jünger erleiden dagegen Renditeeinbußen von rund 0,002 Prozentpunkten. Daran gemessen ist der Umverteilungseffekt von Jung zu Alt  relativ gering.  Trotzdem warnt Studienautor Martin Gasche vor dem großen Schadenspotential der Rentengarantie. Die Umverteilung könne weit größer ausfallen, wenn es zu stärkeren Lohnsenkungen komme oder diese häufiger aufträten.

Dabei verweist er auf die Wirkung weiterer Schutzklauseln. Die alte Schutzklausel aus dem Jahr 2004 war etwas weniger restriktiv als die neue Regelung: Sie schloss lediglich Rentenkürzungen aus, die durch Dämpfungsfaktoren (Nachhaltigkeits- und Riester-Faktor) bedingt waren. Außerdem hat die Große Koalition den Riester-Faktor, der jede Rentenerhöhung um etwa 0,6 Prozentpunkte mindert, für die Jahre 2008 und 2009 ausgesetzt. Insgesamt hatte dies zur Folge, dass die aktuelle Formel für die Rentenanpassung seit 2005 nur ein einziges Mal in vollem Umfang angewendet wurde.

Der Effekt von allen Schutzklauseln zusammen ist dementsprechend deutlich größer: Er beläuft sich auf 57 Milliarden Euro. Für die Alten bedeutet das einen Renditegewinn von bis zu 0,025 Prozentpunkten. Doch schon  bei den Jahrgängen ab 1947 mindert sich die Rendite um 0,01 Prozentpunkte. Dies ist nach Ansicht von Gasche vor allem deshalb problematisch, weil durch die Schutzklausen ältere Jahrgänge profitierten, die ohnehin mit ihrer Rentenversicherung höhere Renditen realisierten. Die Ungleichbehandlung zwischen Jung und Alt würde durch die Schutzklauseln noch verstärkt.

* Martin Gasche: Rentenanpassung 2010 – Wem nützt die Rentengarantie?, MEA Discussion Paper 199-10, März 2010 

10 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 03.05.2010, 16:51 UhrAnonymer Benutzer: Huti

    Wenn die Ausgaben für "unsere Verteidigung" in Afghanistan entfallen und die viel stärkere Mitbeteiligung der banken an ihrer Krise jetzt und künftig besser gestaltet würden, dann wäre für die künftigen Rentner auch mehrübrig...

  • 02.05.2010, 17:35 UhrAnonymer Benutzer: Anton

    ich bin Angestellter und meine Frau beamtin.
    Jedes mal, wenn wir unsere Gehaltszettel vergleichen, könnte ich heulen. brutto verdiene ich erheblich mehr, aber Netto (und das zählt letztendlich) habe ich erheblich weniger und bin damit eindeutig der angeschmierte.
    Ansonsten:
    Was sind denn bitte schon 10Milliarden?
    Nach dem, was die Akteuren in Wirtschaft und Politik mit ihrer Finanzkrise angerichtet haben, sind das doch frei nach Herrn Kopper (ex. Vorstand der Deutsche bank) nur Peanuts.
    Oder soll kurz vor einer Wahl von der HRE, HSH-Nord Commerzbank, Hypo Alpe Adria, usw. abgelenkt werden?
    Die, die jetzt Rente beziehen, haben (zumindest zum größten Teil) ehrlich dafür gearbeitet und auch dafür eingezahlt.
    Wer von denen, die jetzt das politische Sagen haben, kann denn das ehrlich von sich behaupten?

  • 02.05.2010, 14:57 UhrAnonymer Benutzer: Raspel

    besser unsere Rentner mit Kaufkraft versorgen, als irgend wo auf der Welt die Kohle mit der Gießkanne zu verteilen.

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