Rentenfonds: Wo toxische Wertpapiere in Fonds schlummern

Rentenfonds: Wo toxische Wertpapiere in Fonds schlummern

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Fonds sind tickende Zeitbomben

Viele konservative Anleger verbuchen mit Rentenfonds Verluste. Ihre Fondsmanager haben unter anderem in riskante Hybridanleihen von Banken investiert.

Zum Experten für Spezialschrott ist Bundesfinanzminister Peer Steinbrück geworden: Er will den angeschlagenen Banken Millionen von derzeit kaum handelbaren Wertpapieren abnehmen und diese in Bad Banks auslagern. „Giftige Wertpapiere verderben viele Bankbilanzen, und die Giftmüllabfuhr hilft den Banken“, erklärt der SPD-Politiker seine neue Aufgabe als Toxikologe.

Doch längst nicht nur in den Bankbilanzen schlummern toxische Papiere, auch für viele Fonds kauften deren Manager riskante Anleihen ein. Anleger erfuhren häufig erst nach hohen Verlusten, welche Zeitbomben die Fondsmanager dort eingelagert hatten. Die Fondsmanager werden die Papiere nicht los, und manche Anleger können ihre Fonds nicht verkaufen.

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Viele dieser Anleihen haben in den vergangenen Monaten bis zu 90 Prozent verloren. Die Verluste treffen nicht nur Fonds, die auf diese Papiere spezialisiert und deren Investoren per Prospekt über die Risiken informiert waren. Verluste brachten die oft kompliziert konstruierten Anleihen auch in Wertsicherungs-, Renten- und Geldmarktfonds, die Fondshäuser regelmäßig als sichere Alternative zu Tagesgeldern angepriesen und in niedrige Risikoklassen einsortiert hatten. Von Anlagen für konservative Sparer kann jedoch keine Rede sein.

So verlor der Geldmarktfonds SEB Money Market in diesem Jahr 30 Prozent seines Wertes, der SEB Geldmarktfonds Euro liegt elf Prozent im Minus. Die Fondsmanager haben ihre Portfolios zu spät von toxischen Papieren befreit. Mit dem Geldmarktfonds für Euro-Unternehmensanleihen der genossenschaftlichen Union Investment, dem UniMoneyMarket Euro Corporates, sind Anleger ebenfalls auf die Nase gefallen. Der Fonds eigne sich zur Anlage liquider Mittel, die mit geringer Verzinsung auf dem Girokonto stehen, und investiere zu 90 Prozent im Bereich „Investment Grade“, also der besten Anleiheklasse, heißt es in der Fondsbeschreibung.

Banken haben falsch investiert

Anleger durften also arglos sein. 2008 verlor der Fonds 33 Prozent an Wert, im laufenden Jahr liegt er 4,7 Prozent im Minus. Grund: Mehr als 70 Prozent des Fonds waren in Anleihen von Banken und „diversifizierten Finanzdienstern“ investiert. Der für „sicherheitsorientierte Anleger“ aufgelegte „dynamische Wertsicherungsfonds“ Cominvest Total Return Bond soff in diesem Jahr um 29 Prozent ab.

Der WirtschaftsWoche liegen interne Verkaufsunterlagen der Commerzbank vor, die den damals noch unter der Adig-Flagge laufenden Fonds im Sommer 2005 zu den „Fokusprodukten“ zählten. Er sollte in den Depots rentenorientierter Kunden bis zu 60 Prozent der Gesamtanlage ausmachen. Doch von Anfang an investierte die Commerzbank-Tochter vor allem in strukturierte und Unternehmensanleihen. Das rächt sich nun für Anleger bitter. „Wir sehen uns an, welche Tranchen Werterholungspotenzial haben, und verkaufen die Papiere nicht zu Tiefstpreisen. Wenn sich der Markt beruhigt, hat der Fonds Aufholpotenzial“, meint Ulrich Beckmann, Rentenchef bei der Fondsgesellschaft Cominvest.

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