Riskantes Investment: Hotel-Fonds - Seite 3

Riskantes Investment: Hotel-Fonds

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Das Geld für das Hotel in Zingst will Fundus laut Beermann bis Jahresende einsammeln, das Projekt sei schließlich „relativ klein“. Kein Wunder, dass Jagdfeld kleinere Brötchen backt: Er hat noch genug damit zu tun, Anleger für die Fonds der vergangenen Jahre zu finden. Neues Geld fließt teilweise so spärlich, dass die Absatzprobleme zum Risiko für beteiligte Anleger werden. Als für den Fonds „Quellenhof Aachen“ Ende 2004 noch Geld fehlte, hat Fundus die fällige Platzierungsgarantie nicht wie angekündigt und üblich mit eigenem Geld erfüllt, sondern einen Kredit besorgt. „Für die Anleger ist das wegen der niedrigen Zinsen von Vorteil“, sagt Beermann. Das Problem: Je mehr Kredite ein Fonds bedienen muss, desto riskanter wird das Investment. Für das Adlon ließ sich Fundus die Platzierungsfrist gleich bis 2010 verlängern. Da frisches Geld ausbleibt, mussten die Altanleger den Bau einer Sicherheitssuite für Staatsgäste bezahlen: Ihnen wurde die Ausschüttung für 2004 gestrichen. Damit müssen Jagdfeld-Anleger rechnen, auch beim Heiligendamm-Fonds fiel die versprochene Ausschüttung für 2004 aus.

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Otto Lindner junior Der Chef der Düsseldorfer Lindner Gruppe ist der dritte von fünf Söhnen des Firmengründers Otto Lindner senior. Der Ex-Bundesligawasserballer gebietet über zwei Geschäfts-zweige: Die Lindner Hotels AG und den Fondsanbieter Gebau, der die Expansion der Hotelschwester unterstützen soll. Das Modell funktioniert wie gehabt: Ver-schiedene Gebau-Gesellschaften fungieren als Fondsmanager, Initiator, Treuhänder oder Platzierungsgarant, die Konzernschwester betreibt das mit Anlegergeld gebaute Hotel. So viel Leistung aus einer Hand, das lässt sich die Gebau gut entlohnen. Die Fondsnebenkosten sind hoch. So gab der „Medico Fonds 49“, der das Lindner Hotel in Speyer und ein Bürogebäude in Düsseldorf kaufte, vorab rund 8,5 Millionen Euro oder etwa 30 Prozent des von Anlegern eingesammelten Geldes für Dienstleistungen aus, ein großer Teil floss an Lindner-Firmen. Zudem erhielt eine Gebau-Tochter als Generalübernehmerin für die Erweiterung des Hotels 11,6 Millionen Euro. Ob diese Preise und die Hotelpacht auch am Markt fällig gewesen wären, können die Anleger – meist von der Apo-Bank geworbene Apotheker und Ärzte – kaum beurteilen. >>> Die schönsten Luxushotels Wer sein Vertrauen in die Noblesse der Verkäufer von Nobelhotels nicht überstrapazieren will, sollte trotz klingender Namen (Adlon) und schicker Standorte (Kö) die Finger von den Fonds lassen. Neben den verwobenen Interessen bergen die Geschäftsmodelle der Hotelfürsten ein weiteres Risiko: Um die vielen Tochtergesellschaften auszulasten, müssen neue Projekte her – selbst wenn auf dem Hotelmarkt gerade Flaute herrscht. So gestand Ebertz schon im vergangenen Jahr einer Zeitung: „Wir haben uns übernommen.“

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