Rund 2800 Anleger erhalten in diesen Tagen unangenehme Post. Sie hatten sich an Hotels der Marke Dorint beteiligt, die von insgesamt 40 geschlossenen Fonds gehalten werden. Der Macher der Fonds, der Kölner Herbert Ebertz, bestellt die Anleger jetzt über seine Dr. Ebertz & Partner zu außerordentlichen Gesellschafterversammlungen. Einziger Tagesordnungspunkt: ein neues Pachtangebot von Dorint. Die Hotelkette will den Fonds ab 2006 weniger Pacht überweisen, als in den Verträgen vereinbart. Für die Investoren wird das langsam zur schmerzlichen Routine: Schon 2003 und 2004 gab es weniger als erhofft. Im Gegenzug will Dorint die Pachtverträge vorzeitig verlängern. Zudem sollen die Fonds von eventuellen späteren Mehreinnahmen stärker profitieren.
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Für Dorint ist der Pachtnachlass eine Existenzfrage. Weil die Deutschen zu viel sparen, so argumentiert Ebertz, macht die Hotelgruppe Verluste. Die 94 Dorint-Hotels fuhren 2004 zusammen rund 30 Millionen Euro Miese ein. „Die aktuelle Festpacht soll um zehn Prozent reduziert werden“, um das Unternehmen zu sichern. Die Zustimmung der Anleger gilt als sicher, sie haben keine ernsthafte Alternative. Hotelfonds sind überdurchschnittlich riskant, das belegen die Probleme bei Dorint. Ein Hotel ist eine Spezialimmobilie – läuft die Bettenburg nicht, lässt sich schwer Ersatz finden. Hinzu kommt das verwirrende und bisweilen dubiose Geflecht aus widerstrebenden Interessen der Initiatoren, mit denen sich neben den Ebertz-Anlegern auch die Kunden der Fundus-Gruppe von Anno August Jagdfeld und die Zeichner der Offerten von Otto Lindner herumschlagen müssen. Enttäuschende Ausschüttungen und fragwürdige Verträge nähren den Verdacht, dass Anleger für die Großhoteliers vor allem billige Kapitallieferanten sind, um Prestigeprojekte umzusetzen. Herbert Ebertz Am 1. September öffnete an der Düsseldorfer Flaniermeile Kö ein Interconti – der neueste Luxusbau des 64-jährigen Kölners. Dorint betreibt das Haus im Auftrag des Partners Interconti. Das Projekt beschäftigt zahlreiche Töchter der Ebertz-Gruppe, die neben Ebertz selbst zu je rund 20 Prozent zwei Teilhabern gehört. So verwaltet die E&P Fondsverwaltungen den von der Dr. Ebertz & Partner oHG aufgelegten Fonds, für den die Dr. Ebertz & Partner GmbH Anleger wirbt und für den die E&P Finanzierungsvermittlung einen Kredit organisiert hat. Alles klar? Soll es auch nicht sein. Man könnte glauben, das Verwirrspiel sei Taktik.
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Ebertz müsste als oberster Manager das Beste für die Fonds anstreben. Einerseits. Andererseits ist er als Dorint-Großaktionär, ihm gehören 25 Prozent, mehr als jeder andere an sinkenden Pachten interessiert. Er würde gerne Dividenden sehen, statt ständig Kapital nachzuschießen. Eine Geldanlage bei Dorint ist somit eine Wette auf Ebertz’ Redlichkeit; eine zu Geld geronnene Hoffnung, dass er die widerstrebenden Interessen in seiner Brust fair austariert. Anleger müssen glauben, was er verspricht: „Wir helfen Dorint zwei Jahre, dafür gibt es später höhere Ausschüttungen.“





