RiskMetrics: Rebellenführer auf Hauptversammlungen

RiskMetrics: Rebellenführer auf Hauptversammlungen

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Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank AG, Josef Ackermann, spricht , auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank. Die Abstimmungen werden von MSCI RiskMetrics manipuliert.

Die Empfehlungen und Berechnungen von MSCI RiskMetrics beeinflussen zunehmend die Abstimmungsergebnisse auf Aktionärsversammlungen - vor allem, wenn sich Zoff ankündigt.

Für die Deutsche Bank war es eine peinliche Schlappe. Auf der Hauptversammlung (HV) am 27. Mai stimmten nur 58 Prozent des anwesenden Kapitals dem neuen Vergütungsmodell für das Top-Management zu: Die geplanten Änderungen bei den Bonus-Zahlungen gehen vielen Aktionären nicht weit genug. Die Zustimmung verweigerten vor allem US-Investoren, die den Abstimmungsempfehlungen von RiskMetrics folgen. Das US-Unternehmen mischt gerne mit, wenn es Zoff gibt auf einer HV. 

Auch bei den Schweizer Großbanken Credit Suisse und UBS organisierte RiskMetrics den Aufstand von Aktionären, denen Bonus-Zahlungen zu großzügig erscheinen. Im Januar empfahl die Firma, die Kandidatur von Klaus Wucherer als Aufsichtsratschef des Chipherstellers Infineon abzulehnen. Die Rebellion gegen die Konzernleitung, zu der auch der britische Pensionsfonds Hermes aufgerufen hatte, scheiterte jedoch mangels Stimmenmehrheit.

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Weltweit führend

Vor drei Jahren hatte RiskMetrics die Institutional Shareholder Services (ISS) übernommen. Das Unternehmen arbeitet für Fondsmanager und andere institutionelle Investoren, die keine Zeit haben, sich auf eine HV vorzubereiten. Stattdessen wühlen sich Analysten von RiskMetrics durch die HV-Unterlagen und erarbeiten detaillierte Abstimmungsempfehlungen. Falls gewünscht, gehen Metrics-Vertreter auch auf die Aktionärstreffen und stimmen im Auftrag ihrer Kunden ab.

In diesem Geschäft ist RiskMetrics weltweit führend. Das Unternehmen analysiert für rund 3300 Kunden weltweit über 40.000 Börsengesellschaften. „Mit großem Abstand folgt der einzige international bedeutende Konkurrent Glass Lewis“, sagt Christiane Hölz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

Der Interessenverband arbeitet eng mit RiskMetrics zusammen: DSW übernimmt für die Amerikaner die komplette Stimmrechtsvertretung auf den Hauptversammlungen deutscher Unternehmen. „Der Druck nimmt zu“, resümiert DSW-Expertin Hölz. „Es kommt immer öfter vor, dass die Unternehmen die Tagesordnung für eine HV noch einmal ändern, wenn sie erfahren, dass RiskMetrics mit Vorschlägen der Verwaltung nicht einverstanden ist.“

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