
Der Rohstoffhandelsgigant Glencore hat seinen lange erwarteten Börsengang angekündigt und hofft dabei auf elf Milliarden Dollar aus dem Verkauf seiner Aktien. Im Mai sollten insgesamt 15 bis 20 Prozent der Unternehmensanteile an die Börse gebracht werden, teilte das Schweizer Unternehmen mit.
Der in Privatbesitz befindliche weltgrößte Rohstoffhändler Glencore International will Aktien im Wert von umgerechnet 7,6 Milliarden Euro platzieren. Damit wäre die Neuemission einer der größten Börsengänge der vergangenen Jahre. Der Ankündigung der Schweizer waren jahrelange Spekulationen vorausgegangen, dass der Rohstoff-Riese, der dazu stets geschwiegen hatte, durch einen Börsengang weiter expandieren wolle.
Maximal ein Fünftel der Aktien
Mit Glencores Plan, 15 bis 20 Prozent seiner Aktien an der Londoner Börse zu verkaufen, würde der Unternehmenswert bis zu 60 Milliarden Dollar oder 41 Milliarden Euro betragen. Am ersten Handelstag wäre die Firma damit bereits in den FTSE 100 vertreten, der Gruppe der 100 größten und umsatzstärksten Unternehmen an der Londoner Börse. „Ein Börsengang ist der nächste logische Schritt in unserer Entwicklung und Strategie“, sagte Vorstandschef Ivan Glasenberg in einer Presseerklärung.
Weltweit größter Rohstoffhändler
Die Aktien der Firma aus dem Schweizer Ort Baar im Steueroasen-Kanton Zug dürften an der Börse gut ankommen. Rohstoffe sind derzeit sehr gefragt und Glencore dominiert einen großen Teil des Handels mit Kohle, Kupfer, Mais und anderen Rohstoffen. Das Unternehmen hat 55.000 Mitarbeiter in 40 Ländern, im Vorjahr erzielte es einen operativen Gewinn von 3,8 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 145 Milliarden Dollar.
Glencore stellte eine Zwischendividende von 350 Millionen Dollar für August 2011 in Aussicht. Sie entspreche etwa einem Drittel der jährlichen Gesamt-Dividende.














