Rohstoff-Radar: Dramatische Preisschwankungen bei Rohstoffen

Rohstoff-Radar: Dramatische Preisschwankungen bei Rohstoffen

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Rohstoff-Radar April 2010

von Bert Losse

Die Rohstoffpreise schwanken deutlich stärker als früher, vor allem Zucker- und Bleipreis. Wo es die größten Ausschläge gibt, zeigt der neue Rohstoffradar von Commerzbank und WirtschaftsWoche.

So etwas nennt man Achterbahnfahrt: Lange dümpelte der Zuckerpreis vor sich hin, dann gab es 2009 eine Missernte in Indien, dem nach Brasilien zweitgrößten Zuckerrohr-Anbaugebiet der Welt. Der Weltmarktpreis verdoppelte sich binnen weniger Monate. Anfang Februar kostete das Pfund 30 US-Cent – der höchste Stand seit 29 Jahren. Dann kamen erste Nachrichten über eine gute bevorstehende Zuckerrohr-Ernte 2010 – und seitdem ist der Preis wieder um fast die Hälfte heruntergekracht.

Eine ähnliche Berg- und- Tal-Fahrt legt Blei hin. In der vergangenen Woche war das Metall 51 Prozent teurer als im Vorjahr. Für den Preisauftrieb sorgte unter anderem die Ankündigung der chinesischen Regierung, nach dem Vergiftungsskandal 2009 schärfere Umweltauflagen einzuführen. Da China aber seine Bleiproduktion auf Rekordniveau hochgefahren hat und auch andere Erzeugerstaaten das Angebot aufblähen, rechnen viele Analysten bald wieder mit deutlich sinkenden Notierungen.

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Problematische Kostenkalkulation

Fakt ist: Bei keinem anderen Rohstoff waren die Preisausschläge in den vergangenen zwölf Monaten so hoch wie bei Zucker und Blei. Doch auch mit anderen Rohstoffen, wie den Industriemetallen Nickel und Zink und vielen Agrargütern (Ausnahme: Weizen), ging es in den vergangenen Monaten heftig rauf und runter. Die geringste Volatilität hatten seit April 2009 Edelmetalle wie Gold und Platin. Das zeigt der neue Rohstoffradar, den die Commerzbank ab sofort exklusiv für die WirtschaftsWoche erstellt.

Für die Kostenkalkulation der Unternehmen ist ein intensives Auf und Ab der Preise ein großes Problem. „Volatile Rohstoffe reduzieren die Planungssicherheit und wirken wie eine Investitionsbremse“, sagt Eugen Weinberg, Chef der Commerzbank-Rohstoffabteilung. Insgesamt schwankten die Preise „heute deutlich stärker als in den Achtziger- und Neunzigerjahren, als die Rohstoffmärkte noch ein Nischendasein führten“. Der Grund dafür seien nicht zuletzt neue Marktakteure – Spekulanten, aber auch Investmentfonds, Pensionskassen und Versicherungen, die durch Investitionen am Rohstoffmarkt ihr Risiko besser streuen wollen. Hinzu kommen die traditionellen Bestimmungsfaktoren der Rohstoffpreise: die Konjunktur, die Reichweite der Reserven, die freien Produktionskapazitäten und die aktuellen Lagerbestände.

Bei den meisten Rohstoffen gingen die Notierungen zuletzt deutlich nach oben. Der vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) berechnete Rohstoffpreisindex lag auf Euro-Basis im März 52 Prozent über dem Vorjahresniveau. Analysten rechnen in den kommenden Monaten aber mit einer Preisberuhigung vor allem bei den Industrierohstoffen, da das Tempo des globalen Aufschwungs tendenziell nachlässt.

Ungewisser Ölpreis

Uneins sind sich die Auguren über die weitere Entwicklung des Ölpreises, der in der vergangenen Woche um die 85 Dollar (US-Sorte WTI) je Barrel (159 Liter) pendelte. Die Lager sind derzeit gut gefüllt, Kapazitätsengpässe nicht in Sicht. Vor diesem Hintergrund erwartet Experte Weinberg zunächst ein Zwischentief im Sommer von rund 60 Dollar, danach einen neuerlichen Anstieg bis Jahresende auf rund 70 Dollar. 2011 könnte es dann moderat auf gut 75 Dollar je Barrel hochgehen. Die gute Nachricht: Ein neuer Steigflug mit Preisen jenseits der 100-Dollar-Marke droht vorerst nicht. Seinen Höchststand hatte der Ölpreis mit 148 Dollar im Sommer 2008 erreicht.

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