Rohstoff-Radar: Mittelstand leidet unter teuren Rohstoffen

Rohstoff-Radar: Mittelstand leidet unter teuren Rohstoffen

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Ulan Bator in der Mongolei mit Ministerpräsident Sukhbaatar Batbold Foto: Michael Kappeler dpa

Steigende Rohstoffpreise belasten die Geschäfte der Mittelständler. Wie sehr die Preise für Zink und Co. schwanken zeigt auch der Rohstoff-Radar der WirtschaftsWoche.

Bis in die ferne Mongolei ist Bundeskanzlerin Angela Merkel gereist, um der deutschen Wirtschaft Rohstoffe zu sichern. Das zentralasiatische Land gehört zu den rohstoffreichsten Staaten der Welt. Vor allem Kupfer, Gold, Silber und Uran gibt es dort reichlich. Außerdem hat das Land große Vorräte an Seltenen Erden, welche besonders in der Hightech-Branche heiß umkämpft sind. Bei ihrem Besuch in der vorigen Woche machte Merkel deutlich, wie groß das deutsche Interesse an diesen Rohstoffen ist. Gemeinsam mit dem mongolischen Ministerpräsidenten Sukhbaatar Batbold unterzeichnete sie ein umfangreiches Abkommen, dass unter anderem Mengenbegrenzungen von Rohstofflieferungen zwischen beiden Ländern ausschließt. Auch die deutsche Bergbauindustrie schloss einen Milliarden-Vertrag zur Kohleförderung ab.   

Mittelständler fürchten Rohstoffknappheit

Damit reagiert die Bundesregierung auf die Sorgen der deutschen Wirtschaft. Laut einer aktuellen Studie der Commerzbank in Zusammenarbeit mit TNS Infratest fürchtet fast jeder zweite Mittelständler, dass es durch den steigenden Rohstoffbedarf zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Deutschland kommt. Sorgen bereiten den Unternehmen vor allem die zunehmenden Spekulationen auf den Rohstoffmärkten und die steigende globale Nachfrage. Für die Studie wurden rund 4000 Führungskräfte von mittelständischen Unternehmen in Deutschland befragt.

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Da kommen Merkels Bemühungen in der Mongolei gerade recht: 75 Prozent der Befragten wünschen sich von der Politik mehr handelspolitisches Engagement in Ländern, die besonders mit Rohstoffen gesegnet sind. Ähnlich sieht das auch Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank. „Deutschland hat aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt“, sagt der Analyst. Initiativen wie die in der Mongolei seien von enormer Bedeutung, denn das hohe Risiko von stark schwankenden Rohstoffpreisen, welches negativ auf die Geschäfte der Unternehmen einwirkt, werde noch lange anhalten. Bereits heute haben schwankende Rohstoffpreise bei zwei Dritteln der Unternehmen einen negativen Einfluss auf die Geschäfte, zeigt die Studie der Bank.

Wie stark Rohstoffpreise wirklich schwanken, zeigt auch der von der Commerzbank exklusiv für die WirtschaftsWoche berechnete Rohstoffradar. Demnach sind besonders die Preise für Landwirtschaftsprodukte schwer vorhersehbar. Der Preis für Zucker beispielsweise schwankte in den letzten zwölf Monaten um knapp 50 Prozent, gleiches gilt für Baumwolle. Bei den Edelmetallen erweist sich Silber als sehr stark anfällig, hier kam es zu Schwankungen von 45 Prozent. Etwas weniger volatil ist die Gruppe der Industriemetalle, aber auch bei Blei (36,1 Prozent), Zink (33 Prozent) und Kupfer (26 Prozent) steht das Preis-Karussell nicht still. „Alle Rohstoffe stehen unter hohem Druck, es ist viel Bewegung im Markt. Das macht die Analyse so spannend“, sagt Weinberg.

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