Rohstoffmarkt: Fonds als Preistreiber bei Industriemetallen

Rohstoffmarkt: Fonds als Preistreiber bei Industriemetallen

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Ein Hafenarbeiter in Chile prüft eine Kupferladung, die nach Asien verschifft werden soll

von Heike Schwerdtfeger

Nach dem Erfolg von Fonds, die in Tresoren Gold einlagern, wird das Prinzip jetzt auch auf Industriemetalle wie Kupfer und Nickel übertragen. Kritiker fürchten, dass die Fonds die Rohstoffe für Unternehmen verteuern.

Anleger schätzen derzeit Substanz. Einen großen Reiz haben deshalb Goldfonds, an denen sich Anleger mit kleinen Beträgen beteiligen können und die dann dafür Goldbarren kaufen und in Tresoren einlagern. Das wirkt vertrauenserweckender als Derivate oder dem Future-Markt. Rund 115 Milliarden Dollar sind inzwischen weltweit in Edelmetall-Anlageprodukte investiert, die Gold, Silber oder Platin hinterlegt haben.

Dieses Prinzip hat jetzt der Anbieter ETF Securities, der seinen Sitz in London und auf der Kanalinsel Jersey hat, auch auf Industriemetalle ausgeweitet. Seit zwei Wochen gibt es für Kupfer, Nickel und Zinn börsengehandelte Produkte. Je mehr davon Anleger kaufen, desto mehr Metall wird in Lagerhäusern untergebracht.  2011 will ETF Securities mit Aluminium, Blei und Zink folgen. 

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Während aber bei Edelmetallen ein steigender Preis durch solche Nachfrage von Fonds kaum Auswirkungen hat, weil die industrielle Verwendung beschränkt ist, könnten sich durch die neuen Produkte ausgelöste Preissteigerungen an den Märkten für Industriemetalle fatal auf die Unternehmen auswirken. Im schlimmsten Fall würden sie nur noch zu höheren Preisen an ihre Rohstoffe gelangen.

Fallender Kupferpreis erwartet

Noch sind die Neulinge aber nicht so marktbeherrschend und für Anleger derzeit aus ökonomischen Gesichtspunkten kaum sinnvoll. Derzeit ist der Kupferpreis bereits sehr hoch, der Markt rechnet aber schon mit einem fallenden Preis. Am Future-Markt, an dem Unternehmen ihre Preise absichern, kosten derzeit neue Kontrakte weniger als die fälligen (Backwardation). In dieser Situation lässt sich Geld verdienen, wenn Anleger über Derivateprodukte auf den Kupferpreis wetten.

Sehr fantasievoll ist das allerdings nicht, da behagt die Vorstellung von prall gefüllten Lagerhäusern sicherheitsbewussten Anlegern. Aber die Lagerung wird teuer, was ihnen unterm Strich tatsächlich von den Preissteigerungen bleibt, steht noch nicht fest. Fallen die Preise der Metalle, dann erhöht sich der für die Lagerhaltung nötige Kostenblock sogar weiter.

Eigentlich müssten Anleger also je nach Preislage zwischen den physischen Produkten und dem Futuresmarkt wechseln. Noch ungeklärt ist aber die Frage, was passiert, wenn all die Anleger ihre Bestände abstoßen wollen, die in Lagerhäusern stecken. Dann müssen Abnehmer her. Dieses Nadelöhr könnte sowohl bei Gold als auch bei den Industriemetallen zu einer Krise führen, die Wert vernichtet.

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