Rohstoffradar im November: Potenzial nach oben

Rohstoffradar im November: Potenzial nach oben

Bild vergrößern

Rohstoffradar November 2010 (Klicken Sie auf die Grafik für eine erweiterte Ansicht)

von Malte Fischer

Anleger müssen sich weiterhin auf starke Schwankungen der Rohstoffpreise einstellen, sagt der Rohstoffexperte der Commerzbank, Eugen Weinberg. Der Preis für ein Fass Öl könnte nächstes Jahr die Marke von 100 Dollar erreichen.

wiwo.de: Herr Weinberg, die Rohstoffpreise haben eine Achterbahnfahrt hinter sich. Müssen wir uns in den nächsten Monaten weiterhin auf hohe Schwankungen einstellen?

Eugen Weinberg: Die Rohstoffmärkte spiegeln die Unsicherheiten über die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft wider. Die Entscheidung der amerikanischen Notenbank Fed, für 600 Milliarden Dollar Staatsanleihen zu kaufen und Zentralbankgeld in Umlauf zu bringen, dürfte die Preise weiter treiben. Edelmetalle, in zunehmendem Maße aber auch Industriemetalle,  bieten sich Anlegern als Inflationsschutz an. Dabei spielen physisch gedeckte Rohstofffonds eine große Rolle. Weil sie für das Geld der Anleger physisch Rohstoffe kaufen, tragen sie zu deren Verknappung und Preisanstieg bei. Überdurchschnittlich stark dürften die Preise der Agrarrohstoffe schwanken. Diese Märkte sind vergleichsweise klein. Bereits kleinere Kauf-und Verkaufsaufträge können deshalb kräftige Preisschwankungen auslösen.  

Anzeige
Eugen Weinberg ist Leiter des Rohstoffresearchs bei der Commerzbank

Eugen Weinberg ist Leiter des Rohstoffresearchs bei der Commerzbank

Welche Bedeutung hat die Spekulation für den Aufwärtstrend der Rohstoffpreise?

Finanzinvestoren haben zu dem Aufwärtstrend sicherlich beigetragen und ihn verstärkt, aber sie haben ihn nicht verursacht. Viele Anleger sind langfristig orientiert und wollen von den fundamentalen Verknappungstendenzen bei Rohstoffen profitieren. Hinzu kommt, dass die unerwartet robuste Entwicklung der Weltkonjunktur nach dem Ende der Finanzkrise die Rohstoffpreise nach oben getrieben hat. Von einer Spekulationsblase kann man daher noch nicht sprechen.

Ökonomen fürchten jedoch, die milliardenschweren Liquiditätsspritzen der US-Notenbank könnten demnächst  für Spekulationsblasen sorgen.

Die Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen. Wenn zuviel Liquidität auf ein knappes  Rohstoffangebot trifft, kann es schnell zu spekulativen Übertreibungen  kommen…

…wie bei Gold und Silber?

Bei Edelmetallen, vor allem bei Gold, muss man andere Maßstäbe anlegen. Der Aufwärtstrend des Goldpreises erklärt sich weniger durch die physische Nachfrage der Schmuckindustrie als vielmehr durch die Eigenschaften von Gold als alternative Währung und Kapitalschutz. Gold bietet seinen Besitzern Schutz vor Inflation und Währungskrisen.

Derzeit marschiert der Ölpreis stramm in Richtung  90 Dollar je Fass. Wie weit wird er noch klettern?

Der Ölpreis dürfte noch  Potenzial nach oben haben, auch wenn derzeit wohl eher die Spekulation als die fundamentale Lage für den Preisanstieg maßgeblich ist. Daher ist nicht auszuschließen, dass der Ölpreis im nächsten Jahr die Marke von 100 Dollar erreicht. Allerdings dürfte die Aufwärtsbewegung durch immer größere Korrekturen begleitet sein.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet
Immobilien-Wertefinder

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%