Ölpreis bleibt im Seitwärtskorridor

Eher ruhig geht es im Energiesektor zu, die durchschnittlichen Preisschwankungen gingen auf Jahressicht bei Kohle, Gasöl, Erdöl der Sorte Brent, Flugbenzin und Diesel durchweg zurück. Seit Oktober 2009 bewegt sich der Ölpreis in einem Bereich von 70 bis 82 Dollar pro Barrel (159 Liter). Damit der Ölpreis wieder über 80 Dollar steigt, müsste die Nachfrage deutlich anziehen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Chinas boomende Wirtschaft den Trend weiterhin allein bestimmt“, sagt der Rohstoffexperte. „Ich erwarte für 2011 einen eher unterdurchschnittlichen Anstieg bei der Nachfrage. Hohe Preisrisiken sehe ich derzeit nicht.“
„Land unter“ in der Landwirtschaft
Geradezu wild geht es hingegen auf dem Markt für Agrarprodukte zu: Die Preise für Kakao, Weizen und Mais erreichten neue Höchststände, nur bei Sojabohnen bleibt der Markt stabil.
Lag der Weizenpreis im Juni noch auf einem so niedrigen Niveau wie zuletzt 2006, hat er sich im vergangenen Monat nahezu verdoppelt. Jetzt schüren vor allem die Brände und die Dürre in Russland - dem drittgrößten Weizenexporteur der Welt - Ängste vor einer zunehmenden Verknappung. Eugen Weinberg hält das jedoch für übertrieben: „Gegen eine Knappheit spricht die gute Weizenernte in China und den USA, dem größten Exporteur. Außerdem würden die hohen Lagerbestände selbst dann noch reichen, wenn Russland als Exporteur zehn Jahre lang komplett ausfallen würde.“
Rekordhoch bei Kakao
Dramatisch ist hingegen die Preisentwicklung bei Kakao. Ein britischer Hedgefonds hatte im Juli sieben Prozent der globalen Produktion aufgekauft und den Preis auf den höchsten Stand seit 33 Jahren getrieben.
Kurios ist dabei, dass die Preise an den Kakaomärkten in New York und London unterschiedlichen Trends folgen. So sind in New York die Preise zunächst gefallen, während sie in London auf dem Rekordhoch verharrten. Später fielen sie in London um 30 Prozent, in New York nur um 20 Prozent. „Der Kakaopreis ist sehr volatil, daher empfehlen wir Schokoladenproduzenten, den Markt genau zu beobachten und sich gegebenenfalls gegen starke Preisschwankungen abzusichern“, sagt Eugen Weinberg.














