Rohstoffradar: Kakao, Mais und Weizen sorgen für Schwankungen

Rohstoffradar: Kakao, Mais und Weizen sorgen für Schwankungen

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Rohstoffradar August 2010

von Andreas Toller

An den Rohstoffmärkten kehrt Ruhe ein, die Preise stabilisieren sich. Agrarprodukte bilden die große Ausnahme – und auch bei Gold und Palladium nehmen zu die Preisrisiken zu.

Ein Blick auf die durchschnittlichen Preisschwankungen der vergangenen zwölf Monate zeigt: Die Preise für Industriemetalle stabilisieren sich - das Maß für die Schwankungsanfälligkeit, die sogenannte Volatilität, sinkt. So ist der Preisindex nach einem Rückgang in den Monaten April und Mai wieder fast exakt auf dem Niveau vom Jahresanfang angelangt.

„Offenbar gehen die Anleger von einer Erholung der Wirtschaft in den USA und China aus und haben weniger Angst vor einem erneuten Konjunktureinbruch“, sagt Eugen Weinberg, Rohstoffexperte bei der Commerzbank. Daneben haben auch eine Abschwächung des Dollars beziehungsweise die Erholung des Euros die Preise gefestigt.

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Kupfer und Nickel stabiler

„Besonders Kupfer und Nickel profitieren von der gestiegenen Zuversicht“, meint Weinberg. Dort ging der Rückgang der Volatilität mit steigenden Preisen einher – ein typischer Mechanismus an den Rohstoffmärkten. Zugleich gehen die Lagerbestände bei den Industriemetallen durch die gestiegene Produktion im Zuge der Konjunkturerholung zurück.

Der jüngste Anstieg der Industriemetallpreise dürfte maßgeblich auf das Konto von Spekulanten gehen, die sich mit Rohstoffpapieren eindecken und ihre Anlagen breiter streuen. Einen Beleg dafür liefert der Kupfermarkt an der Londoner Metallbörse: Die weltweite Monatsproduktion von etwa 1,6 Millionen Tonnen Kupfer wurde dort im Juli beinahe 40-fach gehandelt.

Edelmetalle mit Ausreißern

Auch bei den Edelmetallen Platin und Silber haben sich die Preise gefestigt. Ausnahmen waren Palladium und Gold. Bei Palladium, das in der Nanotechnologie und auch bei Katalysatoren zum Einsatz kommt, legten die ohnehin hohen Preisschwankungen nochmals zu. Der Preis bewegte sich in den vergangenen Monaten mehrfach zwischen 400 und 570 Dollar je Feinunze, seit Anfang 2009 hat er sich verdreifacht. „Auf dem relativ kleinen Palladiummarkt spielen seit Jahresbeginn die Anleger eine große Rolle. In den Vereinigten Staaten erfreuen sich gerade börsengehandelte Fonds (ETF) auf Palladium großer Beliebtheit“, so Rohstoffexperte Weinberg.

Bei Gold gab der Unzenpreis vom Hoch von mehr als 1000 Euro zuletzt auf knapp 900 Euro nach. Grund: Anleger halten derzeit offenbar eine „Versicherung“ gegen eine hohe Inflation für unnötig. So flossen bei Gold-ETFs Mittel in hohem Maße ab: Viele Investoren stiegen aus, strategische Investoren bleiben hingegen engagiert. Doch da wieder mehr Goldschmuck gekauft wird, läuft dem eine anziehende Nachfrage nach physischem Gold entgegen.

Einerseits gewöhnen sich die Käufer allmählich an das Preisniveau – die Rohstoffnachfrage der Schmuckhändler hat wieder zugenommen. Andererseits hat durch den zehnprozentigen Preisrückgang die Bandbreite der Preisschwankungen zugenommen – die höhere Volatilität ist jedoch Gift für den Goldmarkt. „Der Goldpreis vollzieht derzeit einen Drahtseilakt, ein klarer Preistrend hat sich noch nicht gebildet“, lautet die Einschätzung von Weinberg.

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