Schweinegrippe: Neuer Stress-Test für die Aktienmärkte

KommentarSchweinegrippe: Neuer Stress-Test für die Aktienmärkte

Die Schweinegrippe weckt Erinnerungen an SARS-Krise und Vogelgrippe. Der Ausbruch einer Pandemie – das hat mitten in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten noch gefehlt.

Von einer Panik in New York war in der vergangenen Woche noch nicht viel zu spüren. Zwar avancierte die Nachricht über eine Gruppe von Schülern aus Queens, die sich im mexikanischen Cancun beim Frühlingsferien-Gelage („Spring Break“) offenbar mit dem Schweinegrippevirus angesteckt hatten, zur Top-News der Fernsehsender. Auch das „Wall Street Journal“ machte mit dem Foto eines Mannes in der U-Bahn auf, der eine Schutzmaske trägt. Mir ist in der immer überfüllten Linie 7, die Pendler von Queens nach Manhattan schaufelt, allerdings niemand mit Maske begegnet.

Die Hysterie scheint sich zunächst vor allem in den Medien abzuspielen. Doch mit dem am Mittwoch gemeldeten ersten Todesfall in den USA kann sich das schnell ändern.

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Reaktionen der Anleger auf Seuchen sind immer dieselben

Die Börsen reagierten zunächst noch relativ gelassen. Die Reflexe der Anleger auf den Ausbruch einer Seuche sind immer dieselben: Pharmaaktien rauf, Transport- und Tourismuswerte runter. Und zum Teil sind sie irrational: Die Aktie des Mischkonzerns 3M machte einen Kurssprung, weil der zu einem winzigen Teil seines Umsatzes die nun – in den Medien – allgegenwärtigen Schutzmasken herstellt. Und obwohl Gesundheitsexperten versichern, das Virus werde nicht durch den Verzehr von Schweinefleisch übertragen, stürzte der Kurs des Fleischverarbeitungsgiganten Tyson Foods ab.

Nach den deutlichen Kursgewinnen seit Anfang März hätte die weltweite Verbreitung eines potenziell tödlichen Virus allerdings auch einen heftigen Absturz der Börsen auslösen können. Einige Experten hier sehen in der gemäßigten Reaktion auf die Schweinegrippe-Epidemie einen gelungenen Stress-Test, der die Widerstandskraft der Aufwärtsbewegung belegt.

Weniger Sorge als bei Vogelgrippe

Da aber noch nicht absehbar ist, wie viele Personen das Virus wo in der Welt infizieren wird und wie gefährlich es tatsächlich ist, kann der Crash noch folgen. „Wir glauben zwar nicht, dass die Märkte mit der gleichen Sorge reagieren wie während der Furcht wegen der Vogelgrippe, als die Weltgesundheitsorganisation die globalen Kosten auf mehrere Hundert Milliarden Dollar schätzte“, schreibt Tobias Levkovich, Chefanalyst von Citigroup Global Markets, in einer Studie über die Angst vor der Schweinegrippe. Doch man könne nicht ausschließen, dass es negative Reaktionen der Investoren gebe. Das sei eben so, wenn Angst bei verbreiteter Unsicherheit die Vernunft verdrängt.

Die Bodenbildung an den Börsen, die sich in den vergangenen Wochen abzuzeichnen schien, ist bei einer weiteren Ausbreitung der Seuche jedenfalls akut gefährdet.

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