Solar Millennium: Utz Claassen wehrt sich gegen Unterstellungen

Solar Millennium: Utz Claassen wehrt sich gegen Unterstellungen

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Utz Claassen

Nach seinem überraschenden Rücktritt bei Solar Millennium spricht Utz Claassen erstmals öffentlich über die Gründe und weist Vorwürfe gegen ihn zurück. Die Aktie gerät nach dem Interview weiter unter Druck.

Die Aktie des Solarkraftwerksentwicklers Solar Millennium ist am Montag nach einem Zeitungsinterview des Ex-Vorstandschefs Utz Claassen weiter unter Druck geraten. Das Papier gab rund zehn Prozent auf 18,87 Euro nach und ist mittlerweile rund 60 Prozent weniger wert als noch Mitte Januar.

„Die Aussage, dass Claassen Tatsachen aufdecken will, verunsichert die Anleger“, erklärte ein Händler. Der vor zwei Wochen - nach nicht einmal 100 Tagen im Amt - überraschend zurückgetretene Manager hatte dem „Tagesspiegel“ gesagt, auf Wunsch von Vorstand oder Aufsichtsrat wäre er bereit, die Gründe seines Rücktritts mit einem offenen Brief oder einer Pressekonferenz öffentlich zu machen.

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„Ich habe bisher einzig und allein im Interesse des Unternehmens darauf verzichtet, die Gründe im Detail öffentlich zu erörtern“, sagte Claassen. Es gebe „gute professionelle Gründe“, die dem Aufsichtsrat und dem Vorstand sehr wohl bekannt seien. Damit widerspricht er Darstellungen, er hätte das Unternehmen Hals über Kopf verlassen, ohne seine Gründe näher zu erläutern. "Das ist grob unwahr und geradezu grotesk", erklärt Claassen.

Viel wurde über die Gründe von Claassens Rücktritt spekuliert, gesundheitliche Probleme oder der Tod seines Bruders in´s Spiel gebracht. In seinem ersten großen Interview nach dem Schritt äußert sich der Manager nun und will vor allem klarstellen, dass er professionell gehandelt habe. 

Zu den eigentlichen Gründen wiederholt der Manager die Wortwahl, die auch sein Anwalt schon gegenüber der WirtschaftsWoche getroffen hat: Kultur und Corporate Governance gaben den Ausschlag. Genaue Vorwürfe will und kann er nicht erheben. Claassen ist an seine Verschwiegenheitspflicht gebunden und weicht den Fragen nach dem Kern seines Ärgers aus. Jedes Wort wird genau abgewogen. Bei zwei Fragen unterbricht er das Interview mit dem "Tagesspiegel" sogar, um seinen Anwalt telefonisch zu konsultieren. Es geht darum, ob er Anhaltspunkte für Bilanzbetrug oder andere strafrechtlich relevante Sachverhalte hat.

Erkenntnisse über eventuelle Falschbilanzierungen lägen ihm nicht vor, sagt er schließlich. Claassen macht aber auch noch einmal deutlich, dass er für die Ereignisse im Geschäftsjahr 2008/09 und davor nicht verantwortlich ist.

Die WirtschaftsWoche hatte in den vergangenen Monaten mehrfach über Ungereimtheiten in den Bilanzen des fränkischen Solarkraftwerksentwickler berichtet. Das Unternehmen hatte die Behauptungen zurückgewiesen. Um Zweifel an den Jahresabschlüssen auszuräumen, gab Solar Millennium vergangene Woche eine Sonderprüfung der Bilanzen in Auftrag.

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