Solarenergie: Ex-Chef Claassen klagt gegen Solar Millennium

Solarenergie: Ex-Chef Claassen klagt gegen Solar Millennium

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Utz Claassen, Ex-Vorstandsvorsitzender von Solar Millennium

von Niklas Hoyer

Neue Wendung im Streit um Solar Millennium: Nach dem überraschenden Abgang als Vorstandsvorsitzender im März hat Utz Claassen nun Klage gegen die Gesellschaft eingereicht. Dabei geht es darum, ob seine Kündigung wirksam ist.

Es war ruhig geworden in Erlangen, zumindest in den Verhältnissen der Solar Millennium AG. Doch nun gibt es einen neuen Paukenschlag: Der frühere EnBW-Chef und Ex-Solar-Millennium-Chef Utz Claassen hat eine Feststellungsklage gegen das Unternehmen beim Landgericht Nürnberg-Fürth eingereicht. Dabei geht es darum, festzustellen, "dass das Dienstverhältnis der Parteien durch die von ihm mit Schreiben vom 15.3.2010 ausgesprochene Kündigung mit sofortiger Wirkung beendet worden ist", wie Claassen-Anwalt Harald Noack in einer Pressemitteilung mitteilte. Dies sei nötig geworden, da das Unternehmen gegenüber Claassen die Auffassung vertreten habe, dass eine wirksame Kündigung nicht erfolgt sei.

Neue Details zur Kündigung

Die Pressemitteilung enthüllt außerdem neue Details zu den Umständen von Claassens Kündigung. So hatte Claassen der Mitteilung zufolge bereits am 10. Februar 2010 - und damit mehr als einen Monat vor der bislang bekannten Kündigung - sein Amt "aus wichtigem Grund" niedergelegt und fristlos gekündigt. Auf Drängen des Aufsichtsrats habe sich Claassen dann jedoch zur Fortführung seiner Tätigkeit bereiterklärt. Über diese erste Kündigung hatte Solar Millennium die Anleger bislang nicht informiert.

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Im Anschluss hätten jedoch weiterhin "fundamentale Auffassungsunterschiede über die Grundsätze von Governance, Ordnungsmäßigkeit, Unternehmensführung und Unternehmenskultur bestanden". Zum 15. März hätte Claassen sein Amt dann endgültig niedergelegt. Die genauen Gründe sind der Mitteilung zufolge "in der 45-seitigen Klagschrift, die einschließlich Anlagen sogar einen Umfang von etwa 80 Seiten hat, ausführlich dargelegt". Vorstand und Aufsichtsrat der Solar Millennium AG habe Claassen über die Gründe bereits am 15. beziehungsweise 16. März 2010 informiert.

Hinweise auf die Gründe liefert aber auch die Pressemitteilung. So habe sich Claassen "unter anderem über die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft, über ihre Entwicklungsperspektiven und über ihre technologische Position grob getäuscht" gefühlt. Zudem habe "er die unternehmerischen Gestaltungsmöglichkeiten des Vorstandes als durch ihm bis dahin nicht bekannte vom Aufsichtsrat der Gesellschaft veranlasste bzw. gebilligte Maßnahmen inakzeptabel eingeschränkt" empfunden. "Weiter kam beispielsweise hinzu, dass für ihn nicht zu durchschauende Verbindungen und Interessenverquickungen zwischen einzelnen handelnden Personen zunehmend offenbar wurden", gibt die Mitteilung an.

Sonderprüfung

Etwaige Erkenntnisse zu Falschbilanzierungen hingegen lägen Claassen nicht vor, so dass solche auch keine Rolle bei der Kündigung gespielt hätten. Claassen rechne daher auch nicht damit, dass die vom Unternehmen beantragte Sonderprüfung vergangener Jahresabschlüsse zu Problemen führen werde.

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