Solarkraftwerke: Solar Millennium bekommt US-Baugenehmigung

Solarkraftwerke: Solar Millennium bekommt US-Baugenehmigung

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Ein Solarthermie-Kraftwerk in Spanien

von Niklas Hoyer

Erfolg für die Erlanger Solar Millennium: Die US-Regierung hat dem Unternehmen die Baugenehmigung für das größte Solarkraftprojekt der Welt erteilt. Die Finanzierung des Mammut-Projekts bleibt indes ungewiss.

Am Montag hat US-Innenminister Ken Salazar der Erlanger Solar Millennium die Baugenehmigung für das geplante, größte Solarkraftprojekt der Welt erteilt. Am kalifornischen Standort Blythe darf Solar Millennium nun bis zu vier solarthermische Kraftwerke bauen, die eine Gesamtleistung von 1000 Megawatt haben sollen. 2013 soll das erste Kraftwerk ans Netz gehen. Insgesamt könnten mit den vier Kraftwerken in Zukunft nach Unternehmensangaben über 300.000 amerikanische Haushalte mit Strom versorgt werden. Insgesamt dürfte das Blythe-Projekt rund sechs Milliarden Dollar kosten. Der Kurs der im wenig regulierten Freiverkehr notierten Solar-Millennium-Aktie stieg heute vormittag um mehr als 14 Prozent.

Die Finanzierung des Mammut-Projekts bleibt für das kleine Erlanger Unternehmen indes eine Herausforderung. Mit dem Bau der ersten zwei Solarkraftwerke am Standort Blythe will Solar Millennium noch bis Jahresende beginnen. Dies ist notwendig, um in den Genuss staatlicher US-Subventionen zu kommen. Dafür müssen noch bis Jahresende fünf Prozent der geplanten Baukosten pro Kraftwerk investiert werden. "Für die Finanzierung der ersten Baumaßnahmen kann das Unternehmen auf ausreichende eigene Mittel zurückgreifen", teilte Solar Millennium dazu mit. Zusätzlich will die US-Regierung die Solarkraftprojekte mit Kreditgarantien fördern. Die Erteilung dieser Garantien könnte sich jedoch nach Informationen der WirtschaftsWoche noch bis in das Jahr 2011 hinein verzögern. 

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Bislang beteiligen sich vor allem Privatanleger

In den USA ist Solar Millennium über das Joint-Venture Solar Trust of America aktiv, an dem auch der Essener Industriedienstleister Ferrostaal mit einem Anteil von 30 Prozent beteiligt ist. Bislang hat sich Solar Millennium seine Finanzmittel vor allem über Anleihen beschafft. Seit März dieses Jahres hilft auch der TV-bekannte Bankenprofessor Wolfgang Gerke, neue Anleger zu werben. Im Juli legte das Unternehmen eine neue Anleihe im Volumen von 50 Millionen Euro auf, um die US-Expansion anzukurbeln. Bis Jahresende dürfte Solar Millennium insgesamt Kapital über mehrere hundert Millionen Euro benötigen.

Die Deutsche Bank und die Citigroup wurden von Solar Millennium mit der Entwicklung von Finanzierungsmodellen beauftragt. Vereinzelt war auch der Eindruck entstanden, dass der US-Energiekonzern Chevron sich zu einer Finanzierung der Kraftwerke entschlossen habe. Dies ist jedoch bislang nicht der Fall. Chevron ist zwar als Partner am Solarkraftprojekt Blythe beteiligt. Dies liegt aber daran, dass eine Chevron-Tochter über Landnutzungsrechte am Standort verfügt, die diese selbst nicht direkt nutzen wollte. "Wir sprechen aber auch mit Chevron über eine mögliche Finanzierung", sagte ein Sprecher von Solar Millennium vergangene Woche. Eine Entscheidung dazu stehe noch aus.

Umstrittenes Unternehmen

Solar Millennium war in den vergangenen Monaten immer wieder in die Kritik geraten. So hatte die WirtschaftsWoche aufgedeckt, dass das Unternehmen falsche Unternehmensmeldungen herausgegeben hatte. Im März war dann der frühere EnBW-Chef Utz Claassen vom Vorstandsvorsitz bei Solar Millennium zurückgetreten, nachdem er das Amt erst zum Jahresanfang übernommen hatte. Er begründete seinen Rücktritt mit Kontroversen um die Unternehmenspolitik und fühlte sich über die Perspektiven des Unternehmens "grob getäuscht".

Das Unternehmen und Ex-Chef Claassen streiten seitdem um die Rückzahlung von Millionen-Boni, die Claassen als Antrittsprämie und vorab gezahlte Erfolgsboni erhalten hatte. Zum Januar 2011 soll der frühere Logistik-Manager Christoph Wolff den Vorstandsvorsitz bei Solar Millennium übernehmen. Er löst den aktuellen Vorstandssprecher Thomas Mayer ab, der bereits zum 31. Oktober 2010 ausscheiden wird.

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