Im gleichen Jahr war er nach Unternehmensangaben auch erstmals für Solar Millennium als Wirtschaftsprüfer tätig. Und schon 1999 war Specht als Kontrolleur in ein Vorläuferprojekt namens „Solar Millennium Fonds 2“ eingebunden. Heute lässt Solar Millennium alle Abschlüsse von zwei unabhängigen Wirtschaftsprüfern testieren. Der zweite Prüfer kommt ebenfalls von S. Audit. Specht möchte sich zu den Vorwürfen mit Verweis auf seine berufliche Verschwiegenheitspflicht nicht äußern.
Kapitalrechtsspezialist Resch hat angesichts der merkwürdigen Verbindungen einzelner Akteure von Solar Millennium zu DM Beteiligungen „ein sehr ungutes Gefühl“. Hinzu kommt: Das operative Geschäft von Solar Millennium läuft derzeit keineswegs rund. Die Meldungen zu Abnahmeverträgen und Großprojekten verschweigen große Risiken wie beispielsweise noch nicht fest zugesagte staatliche Förderungen. Das Unternehmen will derweil weiter fleißig Geld einsammeln und verspricht „noch in diesem Jahr weitere attraktive Anlagemöglichkeiten“. Im vergangenen Jahr erlaubte die Hauptversammlung dem Vorstand vorsorglich Wandelanleihen – spezielle Papiere, die später in Aktien umgetauscht werden können – im Gegenwert von bis zu 350 Millionen Euro herauszugeben. Die Beteiligung privater Investoren ist ein Pfeiler des Geschäftsmodells, schon im Geschäftsbericht 2004 des Unternehmens hieß es: Solar Millennium „verfügt insbesondere über eigene Erfahrungen und Kompetenzen beim Vertrieb von Finanzprodukten an Privatanleger“.
Bislang kaum Gewinne für Solar Millennium
Das eigentliche Geschäft bringt weniger Geld in die Kassen. Zwar lag der Jahresüberschuss im vergangenen Geschäftsjahr, das bei Solar Millennium im Oktober 2008 endete, bei 6,2 Millionen Euro. Der Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit, der das finanzielle Betriebsergebnis widerspiegelt und als weniger beeinflussbar als der Jahresüberschuss gilt, lag auf Konzernebene bei minus 24,7 Millionen Euro. Das Unternehmen begründet dies mit einem Aufbau von hohen Vorräten. Aus ihren Investitionen erzielten die Erlanger ebenfalls einen negativen Cash-Flow von minus 26,3 Millionen Euro und führen als Grund den Rückkauf von Anteilen an einer spanischen Projektgesellschaft an. Der Konzernumsatz betrug 32 Millionen Euro.
Dies könnten die versprochenen Investitionen in die Zukunft sein oder aber eine hohe Summe an verbranntem Geld. Bis sich die Investitionen wirklich auszahlen, müssen die Anleger von Solar Millennium jedenfalls eine gehörige Portion Vertrauen mitbringen.















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Alle Kommentare lesen27.06.2011, 00:06 UhrAnonymer Benutzer: loan guarantee
Warum werden die USA die loan guarantees nicht abschaffen?
Ganz einfach staatliche bürgschaften bringen natürlich auch Geld in Form von bürgschaftsprovisionen. Ungef. 2 MRD an Garantien dürften 2-4 % an Provision jährlich bringen.
09.07.2010, 23:01 UhrAnonymer Benutzer: Horst George Balonier, Pfungstadt
Der Eintrag vom 14.05.2010 um 23.14 Uhr stammt nicht von mir.
ich kenne Herrn Prof. Utz Claasen überhaupt nicht persönlich sondern
nur aus der Zeitung.
balonier
18.06.2010, 14:47 UhrAnonymer Benutzer: SES behielt Recht
Am 18.06. bestätigte das Prüfungsergebnis von Deloite, dass die Abschlüsse ordnungsgemäß erstellt wurden. An den Vorwürfen ist nichts dran.