Spekulation: Aktien im Übernahmefieber

Spekulation: Aktien im Übernahmefieber

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Die Unternehmen im Übernahmefieber. Im Aufschwung planen viele Unternehmen jetzt Aufkäufe

von Christof Schürmann und Stefan Hajek

Die Kassen der Konzerne sind voll, viele planen jetzt Aufkäufe, immer mehr Übernahmegerüchte sind im Umlauf. Wen es als Nächstes treffen könnte, wie Anleger profitieren, wann es Zeit wird, wieder auszusteigen.

Ausgerechnet Dänemark. Die heftigsten Kursbewegungen an diesem Montagmorgen provozierten nicht die wankenden Euro-Staaten Irland und Portugal, sondern ein Unternehmen aus dem kleinen Königreich: Danisco, dänischer Hersteller von Lebensmittel-Zusatzstoffen aus Kopenhagen, soll vom US-Chemieriesen Dupont geschluckt werden. 4,9 Milliarden Euro blättert Dupont auf den Tisch – mit Fertigkost ist eben Geld zu verdienen. Auch für Anleger: Der Danisco-Aktienkurs sprang am vergangenen Montag um mehr als 20 Prozent. Wer schon im Dezember den richtigen Riecher hatte und sich die Aktie ins Depot packte, liegt sogar schon 40 Prozent vorn.

Ein Riecher für Übernahmeziele dürfte sich auch in den kommenden Monaten bezahlt machen. Jedes sechste von Europas Unternehmen mit mehr als 500 Millionen Euro Umsatz plant laut einer Analyse der Boston Consulting Group (BCG) eine Übernahme. Gut 900 Milliarden Euro Cash könnten Europas Konzerne für Übernahmen einsetzen.

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Anlageziele gesucht

Im Shopping-Rausch sind bereits die US-Industrieunternehmen, die laut Ratingagentur Moody’s Mitte vergangenen Jahres 943 Milliarden Dollar an Cash in ihren Bilanzen hatten – ein Fünftel mehr als Ende 2009. Die Milliarden suchen Anlageziele. So soll der Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson für 8,4 Milliarden Euro den britischen Prothesenhersteller Smith & Nephew übernehmen. Versorger Duke Energy schluckt den Konkurrenten Progress Energy aus North Carolina für 13,7 Milliarden Dollar. Selbst die lange wie gelähmt wirkenden Finanzinvestoren wagen sich wieder aus der Deckung. Apollo, Bain Capital und Texas Pacific Group bereiten den Kauf des Konsumgüterproduzenten Sara Lee für elf Milliarden Dollar vor.

Danisco, Smith & Nephew, Progress Energy, Sara Lee: Das sind nicht die größten Übernahmen eines Jahres, sondern Ankündigungen eines Tages. Smith & Nephew-Aktien gewannen vergangenen Montag binnen Minuten 13 Prozent an Kurswert, Progress Energy und Sara Lee immerhin noch jeweils fünf Prozent.

In Kanada sprangen am vergangenen Donnerstag Inmet Mining um sieben Prozent, als ein neun Milliarden Dollar schwerer Zusammenschluss mit Konkurrent Lundin Mining zu einem Kupferförderriesen bekannt wurde.

Auch auf deutschen Kurstafeln blitzen die Pluszeichen nach Übernahmeangeboten auf. So legte etwa der Kurs des IT-Servicedienstleisters Teleplan Ende November schlagartig um ein Viertel zu, nachdem der Finanzinvestor Gilde Equity den freien Aktionären ein Aufkaufangebot unterbreitete. Fantasie steckt weiter auch in der Hochtief-Aktie. Die Schlacht um den Essener Baukonzern ist noch nicht geschlagen (WirtschaftsWoche 1-2/2011). Der Kurs hat selbst nach 30 Prozent plus binnen sechs Monaten noch Luft.

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