Standard & Poor's: Weitere US-Institute verlieren Top-Bonität

Standard & Poor's: Weitere US-Institute verlieren Top-Bonität

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Hauptquartier der US-Hypothekenbank Fannie Mae in Washington

von Angela Hennersdorf

Die Schlacht geht weiter. Nach der Herabstufung der US-Bonität hat die Ratingagentur Standard & Poor’s auch die Kreditwürdigkeit für öffentliche Institutionen in den USA gesenkt. US-Finanzminister Timothy Geithner fordert die US-Notenbank indirekt auf, einzugreifen.

Den staatlich geförderten US-Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac entzog die Ratingagentur Standard & Poor’s am Montag ebenfalls die Bestnote AAA sowie Kreditgebern für Bauern und drei Verrechnungs-Instituten, die bei der Ausführung von Geschäften mit Aktien, Rentenpapieren und Optionsscheinen eine Rolle spielen. Auch die Bewertung für langfristige von der US-Regierung garantierte Kredite, die von 32 Banken und Kreditgenossenschaften herausgegeben würden, sei auf „AA+“ gesenkt worden, sagte S & P. Alle betroffenen Behörden und Banken verfügten über Schuldtitel, die wirtschaftlichen Schwankungen und einer weiteren Herabstufung langfristiger Kredite der US-Regierung ausgesetzt seien. Ihre Kreditwürdigkeit hänge von der Fähigkeit der US-Regierung ab, ihre eigenen Gläubiger zu bezahlen, erklärte die Ratingagentur. Die Auswirkungen auf die Herabstufung der USA sowie öffentlicher Institute auf die ebenfalls hoch verschuldeten US-Bundesstaaten und Kommunen dürften katastrophal sein. Sie finanzieren sich hauptsächlich über Anleihen (Munibonds). Die Herabstufung verteuert die Anleihen und treibt die Länder immer weiter in die Schuldenfalle. Etliche US-Bundesstaaten haben bereits ein negatives Rating. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen lag am Montag acht Basispunkte im Minus bei 2,48 Prozent. Zweijährige Treasuries rentierten vier Basispunkte niedriger mit 0,25 Prozent.

Kursverluste an den Börsen

Nach den Herabstufungen durch S&P sackten die Kurse an der Wall Street weiter ab. Der Dow-Jones-Index ging um 300 Punkte oder 3,2 Prozent zurück. Alle drei großen Indizes gaben im Verlauf drei Prozent oder mehr nach, der Technologie-Index Nasdaq verlor zwischenzeitlich sogar über vier Prozent. Später erholte sich der Markt etwas.

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Damit setzte sich die internationale Verkaufswelle fort, die am Morgen in Asien begonnen hatte und am Mittag über Europa schwappte. Nicht nur der Verlust der höchsten Bonitätsnote der USA, sondern auch die Schuldenkrise in Europa sorgten für die Kursverluste an den Börsen. „Die Herabstufung durch S&P ist ein Signal für eine Reihe von Investoren, ein Weckruf zum Risikoniveau in der Welt", sagte Peter Fisher, Leiter festverzinsliche Papiere beim Vermögensverwalter BlackRock Inc. in New York. "Es gibt eine Menge Investoren, die das als ein weiteres Risiko für die Weltwirtschaft sehen werden, neben der europäischen Schuldenkrise und dem Risiko einer Konjunkturflaute in den USA."US-Finanzminister Geithner fordert die US-Notenbank FED auf indirekt auf, ihre expansive Geldpolitik weiterzuführen. „Es gibt viele Möglichkeiten der weltweiten Zentralbanken einzugreifen“, sagte Geithner in einem Fernsehinterview. Gleichzeitig spielte er die Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA durch die Ratingagentur S&P runter. Dadurch hätte sich an der Lage nichts geändert. Die Ratingagentur Moody’s hat derweil die Top-Bonität der USA bestätigt. Der Dollar sei weiterhin die weltweit wichtigste Reserve-Währung, begründete die Agentur ihre Entscheidung.

Fed-Reaktion wird mit Spannung erwartet

Mit Spannung erwarten die Märkte die Zins-Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve am Dienstag. Viele rechnen damit, dass Fed-Chef Bern Bernanke an seiner rigiden Niedrig-Zins-Politik festhalten wird und kein weiteres Anleihen-Aufkaufprogramm startet. Mit ihrer umstrittenen Entscheidung zum Kauf italienischer und spanischer Staatsanleihen hat die Europäische Zentralbank (EZB) am Montag die Märkte beruhigt. Nach den positiven Signalen aus Frankfurt sanken die Zinsen auf Schuldverschreibungen der beiden Länder.  Der Zinssatz auf italienische Papiere mit einer zehnjährigen Laufzeit fiel um 0,7 Prozentpunkte auf 5,3 Prozent. Die Zinsen auf Anleihen aus Spanien gingen um 0,9 Prozentpunkte auf 5,14 Prozent zurück. Wachsende Sorgen um die Staatsschulden und mangelndes Wirtschaftswachstum in beiden Ländern hatten die Zinsen in der vergangenen Woche auf über sechs Prozent steigen lassen.

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