Stefan Fuchs im Interview: "Starker Binnenmarkt"

Stefan Fuchs im Interview: "Starker Binnenmarkt"

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Stefan Fuchs, Chef von Fuchs-Petrolub

Stefan Fuchs, Vorstandschef des MDax-Aufsteigers Fuchs Petrolub, über Kostenprobleme und Gewinnaussichten des Schmierstoffherstellers.

WirtschaftsWoche: Herr Fuchs, Sie produzieren Schmierstoffe und Öle für Autos, Lkws, Traktoren und Maschinen, sind also eng verbunden mit zahlreichen Industriebranchen. Stellen Sie sich angesichts der weltweiten Konjunkturabschwächung auf rückläufige Geschäfte ein?

Fuchs: Die Entwicklung in unseren einzelnen Geschäftszweigen ist unterschiedlich. Der Bergbau boomt, und Schmierstoffe und Öle für entsprechende Maschinen sind gefragt. Die Landtechnik läuft gut im Zuge der florierenden Agrarkonjunktur. Bei neuen Autos flaut die Konjunktur ab. Allerdings ist insgesamt zu beachten, dass ein älterer Maschinen- und Fuhrpark einen höheren Anteil an Wartungsarbeiten und dadurch auch an Schmierstoffen benötigt. Es zahlt sich aus, dass wir mehr als 10.000 Produkte für sehr viele Anwendungsbereiche anbieten.

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Die Herstellung so vieler verschiedener Öle und Spezialflüssigkeiten ist aber ziemlich teuer.

In der Tat treibt Spezialisierung die Kosten – aber genau diese Spezialisierung ist Teil unseres Geschäftsmodells. Natürlich muss es sich rechnen, wenn wir Kunden sehr individuelle Wünsche erfüllen.

Müssen Sie Ihre Preise anheben?

Ja. Die Gespräche dazu laufen.

Für die nächsten drei Jahre kündigen Sie 70  Millionen Euro Investitionen an, ein Schwerpunkt ist China. Doch auch dort schwächen sich die Wachstumsraten ab.

Unsere Erfahrung zeigt uns, dass man die Entwicklung hier sehr langfristig betrachten muss. In China sind wir seit 1986 mit drei Werken vor Ort. Im Oktober weihen wir ein weiteres Werk in Shanghai ein. Der Binnenmarkt in China ist so stark, dass wir auf Jahre mit guten Geschäften rechnen.

Wie weit wollen Sie Asien ausbauen?

Derzeit machen wir hier 21 Prozent unseres Konzernumsatzes. Dieser Anteil wird überproportional zulegen. 19 Prozent machen wir in Nordamerika – hier rechnen wir mit einer eher moderaten Entwicklung. Schwerpunkt mit aktuell 60 Prozent der Produktion bleibt Europa...

...das jetzt in die Rezession rutscht.

Wir rechnen Osteuropa mit dazu, dort sind die Wachstumsraten nach wie vor hoch.

Bringt die Krise um Russland und Georgien hier nicht Unsicherheit?

Die gibt es sicherlich, wir spüren sie allerdings nicht direkt.

Im ersten Halbjahr kam Fuchs Petrolub auf ein Umsatzwachstum von fünf Prozent. Bleibt das die Prognose für 2008? 

Hinter den fünf Prozent Umsatzwachstum stehen neun Prozent organisches Wachstum. Der Rückgang von Dollar und Pfund hat einiges gekostet. Für das Gesamtjahr 2008 gehen wir von einem guten organischen Wachstum aus.

Ihr Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte im ersten Halbjahr um fünf Prozent auf 98 Millionen Euro. Halten Sie das Tempo bis Jahresende aufrecht?

Wir erwarten eine leichte Erhöhung des Ebit für das Gesamtjahr.

Wie stark helfen beim Nettogewinn der niedrigere Finanzaufwand und weniger Steuern?

Der Jahresüberschuss sollte deshalb überproportional zulegen.

Dann könnten Sie auch die Dividende von 1,50 Euro für die Vorzugsaktien auf über 1,60 Euro erhöhen?

Seitdem wir an der Börse sind, also seit 20 Jahren, ist die Dividende in jedem Jahr um durchschnittlich 8,5 Prozent gestiegen. Wir bekennen uns nach wie vor zu einer aktionärsfreundlichen Dividendenpolitik.

Ihre Familie hält etwa die Hälfte der Stammaktien. Wäre es für den Kapitalmarkt nicht besser, Stämme und Vorzuge zusammenzulegen?

Eine Zusammenlegung würde nur kurzfristig Übernahmefantasie entfachen. Darum geht es der Familie aber nicht. Die Unabhängigkeit ist ein elementarer Bestandteil des Geschäftsmodells von Fuchs. Das wird so bleiben.

Planen Sie Übernahmen?

Wir gehen davon aus, dass wir noch in diesem Jahr eine kleinere Akquisition vornehmen. Es sollte ein Spezialist mit technisch anspruchsvollen Produkten und einer gewachsenen Kundschaft sein.

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