Steuererklärung: Umweg erlaubt

Steuererklärung: Umweg erlaubt

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Pendlerpauschlale: Niemand solle "sich zu früh freuen", mahnt Bundesfinanzminister Peer Steinbrück

Worauf es jetzt bei der Steuererklärung ankommt.

Niemand solle sich „zu früh freuen“, mahnte Finanzminister Peer Steinbrück, nachdem der Bundesfinanzhof in Sachen Pendlerpauschale das Verfassungsgericht eingeschaltet hatte. Stimmt – aber ebenso wenig sollten sich Pendler die Chance verbauen, von einem positiven Urteil der Verfassungshüter zu profitieren. „Deshalb ist es wichtig, in der Steuererklärung die Pauschale für den kompletten Arbeitsweg geltend zu machen“, sagt der Düsseldorfer Steuerberater Krischan Treyde. Das bedeutet: Wie in der Erklärung für 2006 sollten Arbeitnehmer nicht erst ab dem 21. Kilometer des Arbeitswegs, sondern von Anfang an 0,30 Euro pro Kilometer ansetzen.

Wer 20 Kilometer zur Arbeit fährt, kommt so bei 220 Arbeitstagen auf einen Steuerabzug von 1320 Euro. Das führt bei Spitzenverdienern nach altem Recht zu einer Ersparnis von knapp 600 Euro, wenn sie die Werbungskostenpauschale von 920 Euro, die jeder Arbeitnehmer von seinen Einkünften abziehen darf, bereits mit Ausgaben für Fachliteratur oder Arbeitsmittel ausschöpfen. Wenn nicht, wird die Pauschale erst mal mit Fahrtkosten aufgefüllt – nur was danach übrig bleibt, mindert die Steuerlast zusätzlich.

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Das Finanzamt wird die Pauschale bei einer Distanz von 20 Kilometern zwar komplett streichen, aber der Steuerbescheid ergeht vorläufig. Kippt das Verfassungsgericht die Kürzung, bekommen Betroffene also auch dann Geld zurück, wenn sie keinen Einspruch eingelegt haben. Wer das Geld gar nicht erst ans Finanzamt abführen will, muss die „Aussetzung der Vollziehung“ beantragen. Nachteil: Entscheiden die Richter anders als erhofft, müssen Pendler Steuern nachzahlen. Das gilt auch für Arbeitnehmer, die weiter die komplette Pauschale auf der Lohnsteuerkarte eintragen lassen.

Wichtig: Wer Umwege fährt, um Zeit zu sparen, darf die zusätzlichen Kilometer geltend machen – auch wenn sich die Finanzämter oft sträuben. So gab das Finanzgericht Düsseldorf einer Dormagenerin recht, die für die Fahrten zum Arbeitsplatz am Düsseldorfer Flughafen 44 Kilometer angesetzt hatte, obwohl der Internet-Routenplaner nur 25 Kilometer anzeigte. Der kürzeste Weg führe durch die Düsseldorfer City und dauere im Berufsverkehr 25 Minuten länger, sagten die Richter. Die Frau dürfe deshalb 44 Kilometer geltend machen (1 K 3285/06)

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