
Erste Zugeständnisse in Sachen Kooperation haben Steuerparadiese schon gemacht. So hat sich Liechtenstein Ende Oktober verpflichtet, eng mit US-Ermittlern zu kooperieren – ein Paradigmenwechsel: Bisher bekamen selbst die Amerikaner nur bei schwerer Steuerhinterziehung – dem „Steuerbetrug“ – Informationen aus dem verschwiegenen Fürstentum. In Zukunft helfen Liechtensteins Behörden US-Fahndern auch bei normalen Fiskaldelikten. Das umfassende Zugeständnis hat die Europäer aufgeweckt. Jetzt verlangen die EU-Finanzminister für ihre Steuerfahnder die gleichen Rechte wie für US-Ermittler. Ursprünglich hatte das geplante Betrugsbekämpfungsabkommen eine Kooperation zwischen der EU und Liechtenstein nur bei schwerer Hinterziehung vorgesehen.
Am Dienstag stoppten die EU-Finanzminister den zuvor mit Liechtenstein ausgehandelten Kompromiss. Peer Steinbrück bezeichnete ihn als „absolut unzureichend“ und drohte mit nationalen Maßnahmen, falls die EU keine vernünftige Lösung aushandle. „Dann werde ich alle Möglichkeiten ziehen, die ich steuerrechtlich, finanzaufsichtsrechtlich und zollrechtlich habe.“
Ein Betrugsbekämpfungsabkommen mit der Schweiz ist dagegen unter Dach und Fach und soll in den nächsten Wochen in Kraft treten. Auch darin ist zwar nur eine engere Kooperation bei Steuerbetrug vorgesehen, aber ein wichtiges Zugeständnis haben die Schweizer gemacht: Mehrwertsteuerbetrug gilt künftig als Steuerhinterziehung – europäische Fahnder bekommen in solchen Fällen also Informationen aus der Schweiz. Da Unternehmer, die schwarze Einkünfte ins Ausland schaffen, in der Regel auch Mehrwertsteuer hinterziehen, könnte die Neuregelung ein wichtiges Einfallstor für die Fahnder werden. Steinbrück wird sich damit aber nicht zufriedengeben. Das hat seine Drohung, eine engere Kooperation notfalls mit der „Peitsche“ zu erzwingen, mehr als deutlich gezeigt. „Falls Herr Steinbrück seine Drohungen umsetzen sollte, würde er die Abkommen mit der Schweiz zur Doppelbesteuerung, Betrugsbekämpfung und Zinsbesteuerung verletzen“, mahnt die Schweizer Außenministerin Micheline Calmy-Rey
Steinbrück gewinnt Unterstützer
Das Problem der Eidgenossen ist aber nicht nur, dass Steinbrück immer mehr Unterstützer gewinnt. Hinzu kommt, dass die eigenen Verbündeten ausscheren. Zum Beispiel Luxemburg: Sein Land werde das Bankgeheimnis zwar nicht „morgen früh“ aufgeben, aber „an jeder Diskussion teilnehmen, die zu mehr Transparenz an den Finanzmärkten führt“, sagte Premier Jean-Claude Juncker im Oktober. „Der Vorstellung, das gesamte Weltfinanzsystem müsse geändert werden, während in Luxemburg alles beim Alten bleibt, kann ich mich spontan nicht anschließen.“
Die Luxemburger Kompromissbereitschaft dürfte auch die geplante Verschärfung der EU-Zinsrichtlinie erleichtern, die einen automatischen Informationsaustausch regelt. Wenn ein Deutscher in Spanien Zinsen kassiert, informieren die spanischen Behörden automatisch den deutschen Fiskus. In Belgien, Luxemburg, Österreich und einigen Nicht-EU-Staaten wie der Schweiz aber können Anleger ihre Bank anweisen, den Fiskus ihres Heimatlandes nicht zu informieren und stattdessen anonym 20 Prozent der Zinsen einzubehalten.
In dieser Woche will EU-Steuerkommissar Laszlo Kovacs Vorschläge für eine Ausweitung der Zinsabgabe präsentieren. Noch können Anleger sie umgehen, indem sie Stiftungen gründen oder Vermögen in Aktien umschichten. Luxemburgs Budgetminister Luc Frieden kündigte an, dass man darüber reden könne, die Abgabe auf Dividenden und Erträge von Stiftungen auszu-weiten. Auch Österreichs Finanzminister Molterer signalisierte Zustimmung.
Wenn die EU in dieser Frage einig ist, muss auch die Schweiz mitziehen. Immerhin: Mit Zugeständnissen bei der anonymen Zinssteuer könnten die Eidgenossen womöglich ihr strenges Bankgeheimnis retten – vorerst. Das Problem: Die Abgabe steigt 2011 auf 35 Prozent. Schwarzgeldanleger, die der Steuer dann nicht mehr über Stiftungen oder andere Konstrukte ausweichen können, zahlen von da an also mehr, als sie etwa in Deutschland an den Fiskus abgeben müssten. Ein hoher Preis.















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Alle Kommentare lesen08.05.2009, 10:39 UhrAnonymer Benutzer: einn buergerlein
Seininhat wohlsuntzu gelesen und verwirrt alle obwohl es doch nachzulesen ist wie die Steuerverteilung in Deutschland tatsächlich ist FAZ heutiger Tag und die ach so brillianten schätzngen der hinterzogene Steuern da scheint es a keine grenzen zu geben hier 100 Mrd dort 300Mrd usw erinnert euch an die Schwarzarbeitsbehörde ide sollte auch MiLliARDEN einbringen aussser Spesen nichs gewesen s wirds auch mit dn gross angeküdigten Ergebnissen der Steuerfander was ist denn aus den 300 Millionen nach Zumwinkel geworden wenn man bereichte glauben kann so etwa 40 Mio??
es ist ein alte weissheit solange behaupten bis es alle glauben hat schon immer geklappt siehe inquisition etc....
08.05.2009, 10:31 UhrAnonymer Benutzer: pedro
Was die Steueroasen betreiben ist beihilfe zum Steuerbetrug und gehört vor ein Gericht gestellt, genauso wie die befürworter dieses Verbrechens.Ganze Staaten sind am Rande eines bankrott und genaugenommen sind Sie es. Da gibt es immer noch Politiker und Menschen die ein System verteidigen, das wesentlich zur Weltwirtschaftskrise beigetragen hat und immer noch tut.
Geld hat die Gehirne von Kapitalisten derart zerfressen das man staunt das die Welt überhaupt noch funktioniert.
Zum Thema befreundete Staaten sehe ich das so, das wenn mein Freund einem hilft und beschützt, der mich betrügt, dann habe ich das Recht und die Pflicht dem ganz deutlich die Meinung zu sagen.
Wo kommen wir denn hin wenn betrug auch noch beklatscht wir, so wie von einigen unserer Politiker.
iCH HAbE FERTiG
23.11.2008, 23:21 UhrAnonymer Benutzer: clemens
da haben wir ihn ja wieder;unseren reichsfuehrer mit zuckerbrot und peitsche. welche arroganz !steuern ueber steuern den buergern abknuepfen,buerokratie ueber alles! das land verarmen;und dann sprechen diese (herren) von steuerflucht bis steuerkriminalitaet.
wuerden diese koepfe ein bischen mehr nachdenken, dann sollte ihnen einfallen, aus deutschland wiederein investitiuonsland zu machen;
fuer alle mitburger: man sollte diese leute wirklich weniger ernst nehmen;denn das haben sie verdient!