100 Prozent Grupp: Hoeneß steht für ein Versagen des Rechtsstaats

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kolumne100 Prozent Grupp: Hoeneß steht für ein Versagen des Rechtsstaats

Kolumne von Wolfgang Grupp

Über die Verurteilung des FC-Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß können Juristen gern weiterstreiten. Die Härte des Gesetzes trifft zwar einen, der massiv Steuern hinterzogen hat, übersieht aber die vielen, die einen wesentlich größeren wirtschaftlichen Schaden angerichtet haben.

Zu dreieinhalb Jahren Haft hat das Münchner Landgericht Hoeneß wegen Steuerhinterziehung in Höhe von rund 27 Millionen Euro verurteilt. Die Rechtmäßigkeit zu beurteilen, steht Juristen zu. Ich maße mir kein Urteil darüber an und gehe davon aus, dass alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Ich bezweifle allerdings, ob unsere Gesetze wirklich geeignet sind, wirtschaftliches Fehlverhalten angemessen zu bestrafen. Die Ermittler rücken mit einem Einsatz den Steuerhinterziehern auf den Pelz, als wären diese diejenigen, die unser Gemeinwesen am meisten schädigen. Dabei ist es doch so, dass die Steuerhinterzieher nicht nur Steuern hinterzogen, sondern vor allem auch ein Zigfaches an Steuern bezahlt haben. Hoeneß war also nur in der Lage, eine größere Summe Steuern zu hinterziehen, weil er zuvor für unsere Gesellschaft eine große Leistung gebracht und dafür entsprechend verdient hat.

Dreieinhalb Jahre Haft Hoeneß stand am Pranger wie im Mittelalter

Richter Heindl macht seinem Ruf alle Ehre – er verurteilt Bayern-Präsident Uli Hoeneß wegen Steuerhinterziehung zu 3,5 Jahren Haft. Doch längst sind nicht alle Fragen rund um den Prozess des Jahres geklärt.

Uli Hoeneß Quelle: AP

Es war schon immer so: Wer ein Konto in der Schweiz hatte, zahlte im Gegenzug selbstverständlich in seinem Heimatland viele Steuern. Ein paar davon wollte er sparen, indem er meist aus Sicherheitsgründen oder Angst wie früher zum Beispiel vor dem Kommunismus eine Sicherheit in der Schweiz hatte.
Egal, ob Post-Chef Klaus Zumwinkel, Ex-Zeit-Chefredakteur Theo Sommer, die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer oder der Montagetechnik-Händler Reinhold Würth: Alle samt sind sie Leistungsträger unserer Gesellschaft und haben uns ein Zigfaches dessen an Positivem gebracht, was sie durch ihre Steuerhinterziehung uns an Schaden zugefügt haben.

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Die Politik unternimmt viel zu wenig gegen diejenigen, die konstant und vorsätzlich aus Gier und Größenwahn unser Volksvermögen vernichten: ob Manager, Banker, verantwortungslose Unternehmer oder Beamte.
Betrachten wir nur den Schaden durch das Versagen der Vorstände, die Millionen Gehälter bezogen haben - beim Warenhaus Karstadt, beim Bauriesen Holzmann, beim Versandhaus Quelle, bei der Drogeriekette Schlecker, bei Stromlieferanten wie Teldafax oder Flexstrom und vielen mehr. Sie haben Milliarden-Werte und Tausende von Arbeitsplätzen vernichtet, ihre Schäflein ins Trockene gebracht und sind uns anschließend erhobenen Hauptes und mit vollen Taschen uns begegnet.
Warum sind unsere Gesetzte so, dass die Leistungsträger, die Fehler begehen, mit Schwerverbrechern, gleichgesetzt werden, die Übeltäter in Nadelstreifen aber ungestraft weiterwirken und andere ausbeuten können? Wenn wir in unserem Land von einem Rechtsstaat sprechen, nennen wir dies dann Gerechtigkeit? Unschuldige Arbeitnehmer, die Jahrzehnte für das Unternehmen gearbeitet haben, enden nicht selten in Hartz IV, während die Schuldigen weiterhin zu den oberen Zehntausend unserer Gesellschaft gehören.

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