Aktuelle Entscheidungen: Steuern und Recht kompakt

Aktuelle Entscheidungen: Steuern und Recht kompakt

von Heike Schwerdtfeger

Der Steuerabzug ist jetzt auch bei Hausanschlüssen und Winterdiensten geregelt. Außerdem gibt es Neues zum Thema Untermieter, geschlossene Fonds, Direktversicherungen und Umzügen in die Schweiz.

Handwerkskosten/Haushaltsdienste: Gut verbunden und geräumt

Steuerabzug ist jetzt auch bei Hausanschlüssen und Winterdiensten geregelt.

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Vor dem Ausfüllen der Steuererklärung kramt man am besten noch alte Rechnungen hervor. Steuerzahler drücken ihre Steuerschuld um 20 Prozent des Arbeitslohns für Maler, Gärtner, Elektriker, Installateure oder Küchenbauer – maximal um 1200 Euro pro Jahr.

Bislang stellten sich die Finanzämter bei der Steuerermäßigung häufig quer, sobald Handwerker jenseits der Grundstücksgrenze werkelten. Der Bundesfinanzhof entschied jetzt großzügig, dass ein modernisierter Anschluss an die zentrale Trinkwasserversorgung und das Abwassernetz zu den steuerbegünstigten Handwerkerleistungen zählt (VI R 56/12). Es handelte sich in dem Fall zwar um Leitungen und Anlagen des Wasserversorgers, und sie wurden auch noch teilweise auf öffentlichem Grundstück verlegt, trotzdem darf der Steuerzahler die in Rechnung gestellten Arbeitskosten voll als Handwerkerleistung von der Steuer abziehen.

Schnellgericht: Aktuelle Entscheidungen kompakt

  • Steuervorteil beim Besuch der Gattin

    Ein Monteur, der an wechselnden Auslandsstandorten arbeitet und auch am Wochenende Baustellen betreut, darf die Kosten für Besuche seiner Ehefrau als Werbungskosten von der Steuer absetzen (Finanzgericht Münster, 12 K 339/10 E).

  • Weniger Miete durch Legionellen

    Überschreitet die Konzentration von Legionellen im Trinkwasser einer Wohnung die zulässigen Grenzwerte um ein Vielfaches, dürfen Mieter 25 Prozent weniger Miete zahlen. Der Einbau eines Bakterienfilters im Duschkopf beseitige die Gesundheitsgefahr nicht (Amtsgericht Dresden, 148 C 5353/13).

  • Schlüssel für gemischte Immobilien

    Vermietet ein Immobilieneigentümer an ein Unternehmen, kann er Miete mit Mehrwertsteuer verlangen und die mit der für Handwerker gezahlten Mehrwertsteuer verrechnen. Besteht ein Haus aus Gewerbe- und Wohnraum, wird häufig der Vorsteuerabzug nach der Fläche aufgeteilt. Sind Gewerberäume anders ausgestattet, lässt der Bundesfinanzhof auch den Umsatzschlüssel zu (V R 1/10).

  • Schweigegeld ohne den Fiskus

    Dem Teppichkauf im Ausland folgte eine Erpressung. Die als Schweigegeld gezahlten 14.500 Euro darf ein Ehepaar nicht von der Steuer absetzen (Finanzgericht Rheinland-Pfalz, 5 K 1989/12).

Sogar bis zu 4000 Euro Abzug von der Steuerschuld (bis zu 20 Prozent der Aufwendungen) sind möglich, wenn eine Putzfrau, Kinderfrau oder andere Hilfen im Haushalt des Steuerpflichtigen sogenannte haushaltsnahe Dienste erbringen. Klarheit schafften die Richter auch hier. So lassen sie auch die Kosten für die Schneeräumung von öffentlichen Straßen und Gehwegen als haushaltsnah gelten (VI R 55/12). Voraussetzung ist, dass die Wege unmittelbar neben dem Grundstück des Steuerzahlers liegen. Nicht alle Finanzämter hatten das akzeptiert.

Wohnung: Untermietern zustimmen

In einer Metropole wie Hamburg sind bezahlbare Dreizimmerwohnungen rar. Nur allzu verständlich ist es, wenn ein Ehepaar eine solche Wohnung, die es schon 2001 bezog, nicht wegen eines mehrjährigen Arbeitseinsatzes in Kanada komplett aufgeben will. Das Paar wollte zwei Zimmer untervermieten, ein drittes behielt es für Heimatbesuche und um Möbel einzulagern. Es machte alles richtig und informierte den Vermieter darüber, doch der stellte sich quer. Neue Mietverträge sind lukrativer. Bei Altmietern ist der Spielraum für Mieterhöhungen gesetzlich beschränkt.

Die Eheleute gaben nicht auf, behielten die Wohnung und verklagten den Vermieter auf 7475 Euro Schadensersatz für die entgangene Untermiete. Die Richter am Bundesgerichtshof entschieden den Streit zu ihren Gunsten (VIII ZR 349/13): Die im Arbeitsleben verlangte Mobilität begründe mehr denn je den Anspruch auf die Untervermietung eines Teils einer Wohnung. Der Vermieter muss zustimmen, wenn der Mieter ein berechtigtes Interesse daran hat. Das kann er damit ausdrücken, dass er bei berufsbedingt entstandenen Wohnungskosten entlastet werden möchte.

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