Aktuelle Entscheidungen: Steuern und Recht kompakt

Aktuelle Entscheidungen: Steuern und Recht kompakt

von Martin Gerth und Niklas Hoyer

Wer mit Goldzertifikaten Geld verloren hat, fährt mit der Abgeltungsteuer besser. Außerdem gibt es Neues zu Immobilienfonds, Pendlerpauschale und Zahnversicherung.

Gold: Gewinne lieber physisch

Wer mit Goldzertifikaten Geld verloren hat, fährt mit der Abgeltungsteuer besser.

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Der Goldpreis steht unter Druck. Wer nervös wird und Barren oder Münzen verkaufen will, kann Gewinne steuerfrei kassieren – wenn er das Edelmetall mindestens ein Jahr gehalten hat. Verluste bei physischem Gold lassen sich nur verrechnen, wenn Münzen und Barren innerhalb der Spekulationsfrist von zwölf Monaten wieder verkauft wurden. Dann gilt der persönliche Steuersatz. Anders sieht es bei Zertifikaten aus, die mit physischem Gold hinterlegt sind. Dazu zählt beispielsweise Xetra Gold. Bei diesen Anlageprodukten greift die Abgeltungsteuer. Verluste lassen sich mit Gewinnen verrechnen. Für Anleger, die zu spät eingestiegen sind und jetzt mit ihren Goldzertifikaten tief in den Miesen stehen, ist die geltende Praxis daher vorteilhaft.

Weniger erfreut sind Anleger, die Goldzertifikate gekauft haben, als das Edelmetall deutlich tiefer im Kurs stand. Sie müssen, anders als die Käufer von Münzen oder Barren, Gewinne versteuern. Derzeit laufen mehrere Gerichtsverfahren gegen die Finanzverwaltung. Die klagenden Anleger wollen, dass die Goldzertifikate steuerlich genauso behandelt werden wie physisches Gold. Da es aber noch kein Urteil gibt, sollten sich Anleger nicht allzu große Hoffnungen machen, dass sie in absehbarer Zeit Geld vom Finanzamt zurückerhalten. Es bleibt ihnen, gegen den ablehnenden Bescheid des Finanzamts Einspruch einzulegen. Die Finanzbeamten können den Einspruch jedoch ablehnen. Dann haben Anleger 30 Tage Zeit, eine Klage einzureichen.

Recht einfach: Sommerliche Urteile

  • Dachgeschoss

    Ein Manager aus Hamburg hatte für 1065 Euro pro Monat eine Dachgeschosswohnung gemietet. Der schicke Neubau gefiel – bis sich die Bleibe im Sommer auf bis zu 31 Grad aufheizte. Auch nachts sank das Thermometer selten unter 26 Grad. Der Manager kürzte die Miete um 206 Euro. Der Hauseigentümer zog vor Gericht – und verlor. Bei einem Neubau seien diese Temperaturen auch unter dem Dach ein Mietmangel, befanden die Richter (Amtsgericht Hamburg, 46 C 108/04).

  • Durchzug

    In Hessen wurde es einer Hausbesitzerin zu heiß. Über Nacht kippte sie das Wohnzimmerfenster, um zu lüften. Während die Eigentümerin schlief, verschafften sich Einbrecher Zutritt. Die Hausratversicherung wollte nicht zahlen, weil sich die Hauseigentümerin grob fahrlässig verhalten habe. Die Richter sahen das anders. Der Spalt im Fenster sei so klein gewesen, dass die Ganoven nur mit Werkzeug hatten in die Wohnung gelangen können. Zudem sei die Hausbesitzerin – wenn auch schlafend – anwesend gewesen. Sie habe sich daher nicht grob fahrlässig verhalten (Landgericht Gießen, 4 O 585/00).

  • Umsturz

    Auf einem asphaltierten Parkplatz stellte ein Motorradfahrer sein Fahrzeug neben einem Auto ab. Durch die sommerliche Hitze wurde der Bodenbelag weich. Der Motorrad-Seitenständer bohrte sich in den Asphalt. Das Zweirad kippte um und fiel auf den Wagen. Den Schaden musste der Biker begleichen (Amtsgericht Oberkirch, 1 C 281/98).

Werbungskosten: Verrechnen erlaubt

Ein Immobilieneigentümer verkaufte drei Mietshäuser. Mit dem Verkauf betraute er einen Makler. Die Kosten für den Makler wollte er mit den Mieteinkünften aus anderen Immobilien verrechnen. Sein Argument: Mit dem Verkaufserlös habe er einen Teil der Darlehensschuld für die noch von ihm gehaltenen Mietshäuser getilgt. Diese Art der Sondertilgung habe er vorab mit der Bank vereinbart. Insofern gebe es einen direkten Zusammenhang zwischen der Maklergebühr für die verkauften Objekte und den Mieteinnahmen der übrigen Immobilien. Das Finanzamt blieb jedoch hart, und der Vermieter klagte. Das Finanzgericht Münster stellte sich auf die Seite des Eigentümers (10 K 3103/10 E). So könne der Vermieter einen Teil der Maklerkosten steuerlich geltend machen. Die Quote bemesse sich am Anteil des Verkaufserlöses, den der Verkäufer zur Tilgung der Darlehen für die übrigen Mietshäuser verwendet habe. Grundsätzlich ließen sich Verkaufskosten, darunter Maklergebühren, jedoch nur mit den Einnahmen des gleichen Wirtschaftsgutes, in diesem Fall des verkauften Mietshauses, verrechnen.

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