Aktuelle Entscheidungen: Steuern und Recht kompakt

Aktuelle Entscheidungen: Steuern und Recht kompakt

von Martin Gerth und Niklas Hoyer

Nur noch bis Jahresende können Anleger Altverluste versilbern. Außerdem gibt es Neues zu Privatfahrten mit Dienstwagen, Gerichtsgebühren und befristeten Mietverträgen.

Altverluste: Mit Miesen sparen

Nur noch bis Jahresende können Anleger Altverluste versilbern.

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Dieses Jahr können Anleger mit Altverlusten noch viel Geld sparen. Zum Jahresende läuft eine Frist aus; danach können sie Altverluste nur noch sehr eingeschränkt nutzen. Altverluste entstanden, wenn Anleger vor Einführung der Abgeltungsteuer 2009 Wertpapiere innerhalb eines Jahres mit Verlust verkauft haben. Die Altverluste können Anleger nun mit neuen, steuerpflichtigen Gewinnen ausgleichen. Dividenden und Zinsen zählen aber nicht. Bis zur Höhe der Altverluste bleiben neue Erträge steuerfrei. Bei 10.000 Euro Gewinn, die komplett verrechnet werden können, spart der Anleger 26,4 Prozent Abgeltungsteuer und Soli, also 2.640 Euro.

Viele Anleger haben Schwierigkeiten, von Altverlusten zu profitieren. Denn die Banken verrechnen seit 2009 entstandene Gewinne vorrangig mit neuen Verlusten, auch zwischen verschiedenen Anlagearten. Einzig Verluste aus Aktien werden nur mit Aktiengewinnen und nicht mit anderen Erträgen ausgeglichen. Nur wenn nach der bankinternen Verrechnung ein Gewinn bleibt, stellen die Banken eine Bescheinigung aus. Erst das Finanzamt berücksichtigt dann die Altverluste. Ausnahme: Gegen Vorlage der Bescheinigung über die Altverluste im Original berücksichtigen einzelne Banken offenbar selbst die Altverluste. Nachfragen lohnt sich.

Schnellgericht

  • Zahnzusatzpolice gilt für Unbekanntes

    Ein Versicherter kann von seiner Zahnzusatzpolice keine Leistungen für ein Implantat einfordern, wenn dessen Notwendigkeit schon vor Abschluss der Police absehbar war. Es reicht nicht, dass die endgültige Diagnose erst deutlich später gestellt wurde (Oberlandesgericht Karlsruhe, 12 U 153/12).

  • Verlorener Schlüssel geht ins Geld

    Verliert ein Mieter selbst verschuldet einen Hausschlüssel, der für eine komplette Schließanlage erstellt wurde, darf der Vermieter ihm die Kosten für den Austausch der Anlage berechnen. Das gilt selbst dann, wenn die Schließanlage tatsächlich nicht ausgetauscht worden ist (Landgericht Heidelberg, 5 S52/12, Revision möglich).

  • Garage zählt noch zum Haushalt

    Nutzt ein Steuerzahler ein Arbeitszimmer im ausgebauten Dachgeschoss einer Doppelgarage, die 20 Meter vom Haus entfernt steht, zählt dieses als häusliches Arbeitszimmer. Die Kosten des Arbeitszimmers sind in der Regel daher nur beschränkt abziehbar (Bundesfinanzhof, VIII B 153/12).

  • Feuerwehrmann darf nicht zum Yoga

    Ein Hauptbrandmeister der Berliner Feuerwehr bekommt für einen Yoga-Kurs keinen Sonderurlaub. Das Verwaltungsgericht Berlin sah weder einen wichtigen Grund für die Teilnahme noch einen Nutzen für seine dienstliche Tätigkeit (VG 5 L 172.13).

Haben Bankkunden seit 2009 hohe neue Verluste erlitten, die sie bislang nicht ausgleichen konnten, brauchen sie sonst besonders üppige neue Gewinne, um am Ende auch die Altverluste nutzen zu können. Einige Tricks helfen. Anleger können zum Beispiel:

  • nach 2009 gekaufte Wertpapiere mit Gewinn verkaufen. So erzielen sie steuerpflichtige Gewinne. Bleiben die Anleger von den Papieren überzeugt, kaufen sie diese gleich wieder zurück;
  • gehaltene, abgeltungsteuerpflichtige Anleihen vor dem nächsten Zinstermin verkaufen. Vom Käufer bekommen sie Stückzinsen, die vom Fiskus nicht als Zinsen, sondern als Gewinn gewertet werden. Anders als die Zinszahlung aus der Anleihe bringen Stückzinsen daher Verrechnungsspielraum;
  • gleichzeitig auf fallende und steigende Kurse setzen, etwa mit Long- und Short-ETFs oder Faktorzertifikaten, zum Beispiel auf den Dax. Haben Anleger nur bei einer Bank ein Depot, verkaufen sie kurz vor Jahresende den ETF oder das Zertifikat mit Gewinn. Die andere Anlage mit dem spiegelbildlichen Verlust verkaufen sie nächstes Jahr. So wandeln sie Altverluste in neue Verluste, die dauerhaft verrechnet werden können. Im Idealfall verfügen die Anleger über zwei Depots bei verschiedenen Banken, dann können sie sogar beide ETFs oder Zertifikate noch dieses Jahr, in zeitlicher Nähe, verkaufen und so das Risiko von Verlusten über den Jahreswechsel komplett vermeiden.
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