Altersvorsorge: Staat verliert Überblick bei der Riester-Rente

Altersvorsorge: Staat verliert Überblick bei der Riester-Rente

Die Riester-Rente kostet den Staat rund drei Milliarden Euro pro Jahr. Doch die Regierung weiß offenbar nicht, wie viel Versicherungen, Banken oder Fondsgesellschaften mit den Produkten verdienen.

Die Regierung weiß 13 Jahre nach Einführung der Riester-Rente offenbar nicht genau, wie gut das Geld angelegt ist und wie viel Versicherungen, Banken oder Fondsgesellschaften mit den Produkten verdienen. Das geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor.

Die Ministerialen geben in den Schreiben zu, "keine Erkenntnisse zu den durchschnittlichen Gesamtkosten aller in Deutschland angebotenen Riester-Produkte zu haben". Auch zu den Renditen von Riester-Verträgen kann das Finanzministerium keine genauen Angaben machen.

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Besserverdiener profitieren am meisten

Aus der Antwort geht außerdem hervor, dass die Riester-Verträge je nach Einkommen höchst unterschiedlich verteilt sind: So ist die Anzahl der Verträge bei Geringverdienern und bis tief in die Mittelschicht hinein geschrumpft. Gerade Gering- und Kleinverdiener müssten aber zusätzlich vorsorgen, um wegen ihrer Mini-Renten nicht im Ruhestand in die Altersarmut zu rutschen. Der Zuwachs ist lediglich bei Besserverdienern ab einem Jahreseinkommen von 45.000 Euro am stärksten.

Renditeprognose verfehlt Die ganz reale Riester-Lüge

Seit zwölf Jahren gibt es staatlich geförderte Riester-Verträge zur Aufstockung der gesetzlichen Rente. Erste Verträge werden nun ausgezahlt – die Ergebnisse sind noch schlimmer als befürchtet.

Riester-Rente und arm dran Quelle: Getty Images

Markus Kurth, rentenpolitischer Sprecher der Grünen, hält diese Antwort laut "Süddeutscher Zeitung" für „grotesk“. Er verweist auf den neuen Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung. Darin wird unterstellt, dass die Riester-Rente – so wie es politisch einmal vorgesehen war – die Einbußen durch das sinkenden Rentenniveau nur ersetzen kann, wenn die Verträge mit durchschnittlich vier Prozent im Jahr verzinst werden, die Verwaltungskosten bei zehn Prozent liegen und der Sparer die volle Förderung in Anspruch nimmt.

Nur wer uralt wird, sieht sein Kapital wieder

Rund 13 Jahre nach ihrer Einführung stagniert die geförderte private Altersvorsorge: Seit 2011 wurden lediglich 700.000 neue Riester-Verträge abgeschlossen – und das auch nur, weil sich viele Bürger das Staatsgeld fürs Eigenheim sichern wollten. Die Zahl der geförderten Versicherungs- und Banksparverträge ist sogar rückläufig. Bis Ende September waren etwa 16 Millionen Verträge abgeschlossen - bei mehr als 34 Millionen Menschen, die Anspruch auf die staatliche Grundzulage von 154 Euro hätten.

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Verbraucherschützer kritisieren die Riester-Rente seit Jahren wegen der mangelnden Transparenz: Die Kosten seien in Teilen zu hoch, die Erträge dementsprechend gering. Hinzu kommt, dass Versicherungen mit überdurchschnittlichen Lebenserwartungen kalkulieren: Sparer müssten also extrem alt werden, bis sie ihr Kapital zurückerhalten.

Bereits Anfang des Jahres versprach Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD), auf die "berechtigte Kritik an der Riester-Rente reagieren zu wollen". Die Angebote müssten attraktiver gestaltet werden, um die Grundidee der staatlichen geförderten privaten Altersvorsorge "zu retten". Getan hat sich seitdem nicht viel.

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1 Kommentar zu Altersvorsorge: Staat verliert Überblick bei der Riester-Rente

  • Die Schande ist, dass diese 3 Milliarden welche den Rentnern abgenommen wurde nicht die Anleger erhalten sondern die Finanzindustie abkassiert. Schröder und Riester die Halunken der SPD und der Gewerkschaften belohnen Banken und Versicherungen und bestrafen ihr Kienetel. Mich wundert es, dass es immer noch Menschen gibt welche SPD wählen.

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