Anhebung der Bemessungsgrenze: Ab 2014 drohen höhere Sozialabgaben

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Anhebung der Bemessungsgrenze: Ab 2014 drohen höhere Sozialabgaben

, aktualisiert 11. Oktober 2013, 13:14 Uhr

Ab dem kommenden Jahr müssen Arbeitnehmer laut einem Zeitungsbericht mit spürbar höheren Sozialbeiträgen rechnen. Zusätzliche Belastungen von bis zu 251 Euro sollen anfallen.

Arbeitnehmer, die mehr als 3937,50 Euro brutto im Monat verdienen, müssen sich im kommenden Jahr auf höhere Sozialabgaben einstellen. Grund ist der Anstieg der Einkommen, denen die sogenannten Beitragsbemessungsgrenzen folgen. Bis zu diesen Einkommensgrenzen müssen Beiträge zu den Sozialversicherungen bezahlt werden, darüber nicht mehr. Die Anpassung dieser Bemessungsgrenzen geschieht jährlich und wird nach einer festgelegten Formel berechnet.

Die Mehrbelastung für Besserverdiener beträgt nach Darstellung der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitag) je nach Einkommen bis zu 251 Euro im Jahr. Ähnlich hohe Mehrkosten kämen auf die Unternehmen zu, die etwa die Hälfte der Sozialbeiträge zahlen.

Jährliche Einnahmen der öffentlichen Hand aus Steuern, Abgaben und Sozialversicherungsbeiträgen

  • Gesamtsumme

    1.090.424 Millionen Euro

    Quellen: BMF, BDEW, BMAS, Destatis, GEZ-Geschäftsbericht, Deutsche Bischofskonferenz

  • Einkauf und Freizeit

    Umsatzsteuer: 198.200 Millionen Euro

    Tabaksteuer: 13.900 Millionen Euro

    Rundfunkbeitrag: 7500 Millionen Euro

    Branntweinsteuer: 2100 Millionen Euro

    Rennwett- und Lotteriesteuer: 1600 Millionen Euro

    Kaffeesteuer: 1000 Millionen Euro

    Biersteuer: 665 Millionen Euro

    Vergnügungsteuer: 617 Millionen Euro

    Schaumweinsteuer: 460 Millionen Euro

    Hundesteuer: 288 Millionen Euro

    Zweckgebundene Kommunalabgaben: 216 Millionen Euro

    Spielbankenabgabe: 22 Millionen Euro

    Zwischenerzeugnissteuer: 14 Millionen Euro

    Jagd- und Fischereisteuer: 13 Millionen Euro

    Fremdenverkehrsabgabe: 8 Millionen Euro

    Alkopopsteuer: 1 Million Euro

    Schankerlaubnissteuer*: 0,35 Millionen Euro

    Getränkesteuer**: 0,016 Millionen Euro

    * in Hessen und Rheinland-Pfalz

    ** in Hessen; alle Zahlen gerundet; jeweils aktuellster verfügbarer Wert; hinzu kommen noch diverse sonstige Steuern in einzelnen Kommunen wie etwa die „Hotelbettensteuer“ oder die „Rotlichtsteuer“;

  • Haus und Wohnen

    Grundsteuer: 12.200 Millionen Euro

    Grunderwerbsteuer: 8300 Millionen Euro

    Feuerschutzsteuer: 382 Millionen Euro

    Zweitwohnungsteuer: 108 Millionen Euro

  • Arbeitnehmer und Arbeitgeber

    Lohn- undEinkommensteuer: 213.400 Millionen Euro

    Gewerbesteuer:43.200 Millionen Euro

    Körperschaftsteuer:18.900 Millionen Euro

    Solidaritätszuschlag:14.000 Millionen Euro

    Kirchensteuer: 10.000Millionen Euro

  • Vermögen und Versicherung

    Versicherungsteuer: 11.400 Millionen Euro

    Abgeltungsteuer: 8400 Millionen Euro

    Erbschaftsteuer: 4200 Millionen Euro

  • Sozialversicherungen

    Beiträge Rentenversicherung: 192.000 Millionen Euro

    Beiträge Krankenversicherung: 176.000 Millionen Euro

    Beiträge Arbeitslosenversicherung: 26.600 Millionen Euro

    Beiträge Pflegeversicherung: 23.000 Millionen Euro

  • Energie und Verkehr

    Energiesteuer: 39.500 Millionen Euro

    EEG-Umlage: 20.400 Millionen Euro

    Kfz-Steuer: 8500 Millionen Euro

    Stromsteuer: 7000 Millionen Euro

    Konzessionsabgabe: 2200 Millionen Euro

    Kernbrennstoffsteuer: 1400 Millionen Euro

    Luftverkehrsteuer: 960 Millionen Euro

    Offshore-Haftungsumlage: 850 Millionen Euro

    Netzumlage (Strom): 810 Millionen Euro

    Aufschlag Kraft-Wärme-Kopplung: 410 Millionen Euro


Laut dem der dpa vorliegenden Verordnungsentwurf steigen die Bemessungsgrenzen für die Renten- und Arbeitslosenversicherung im Westen um 150 Euro monatlich 5950 Euro. In Ostdeutschland, wo die Einkommen im Durchschnitt ebenso geringer sind wie der Lohnanstieg, wird die Grenze um 100 auf 5000 Euro des Bruttoeinkommens angehoben.

Der Renten-Beitragssatz beträgt derzeit bundesweit 18,9 Prozent, der zur Arbeitslosenversicherung drei Prozent vom Bruttoverdienst.

In der Kranken- und Pflegeversicherung gilt eine für ganz Deutschland einheitliche Beitragsbemessungsgrenze. Sie soll laut Vorlage um 112,50 Euro auf 4050 Euro des monatlichen Bruttolohns ansteigen. Der GKV-Beitragssatz liegt bei 15,5 Prozent, wovon die Arbeitnehmer 8,2 Prozentpunkte zahlen und die Arbeitgeber 7,3 Punkte. Eine höhere Belastung entsteht also für alle Arbeitnehmer mit einem Bruttoverdienst von mehr als 3937,50 Euro.

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Ein Sprecher des Bundesarbeitsministeriums sagte dazu: „Für die breite Masse der Normalverdiener ändert sich gar nichts.“ Die Regierung habe bei der Anpassung keinen Ermessensspielraum. Wüchsen die Grenzen nicht mit den Einkommen, würden sich Spitzenverdiener „schleichend aus der Finanzierung der Sozialversicherung verabschieden“. Dennoch bleibe „netto auch bei dieser Gruppe mehr vom Verdienten über“.

Allerdings fällt die Belastung für die Betroffenen unterm Strich geringer aus, sollte es Anfang 2014 zu der sich abzeichnenden Senkung des Rentenbeitragssatzes von 18,9 auf 18,4 Prozent kommen. Dann würden alle Beitragszahler zumindest bei der Rente entlastet: Auch jene, deren Gehalt über der alten Bemessungsgrenze liegt.

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