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Anlegerprozesse: Der ewige Kampf ums Geld

von Daniel Schönwitz

Gut vier Jahre nach dem Crash der IKB macht der BGH den Klägern Hoffnung auf Schadensersatz. Ein Überblick über Opfer der Finanzkrise.

Die Chancen für Aktionäre erfolgreich aus den Anlegerprozessen hervorzugehen sind ungewiss. Quelle: AP
Die Chancen für Aktionäre erfolgreich aus den Anlegerprozessen hervorzugehen sind ungewiss. Quelle: AP

Strafrechtlich ist die Sache durch: Im Sommer verurteilte der Bundesgerichtshof (BGH) Stefan Ortseifen, den Ex-Chef der Mittelstandsbank IKB, wegen Marktmanipulation zu zehn Monaten Haft auf Bewährung und 100 000 Euro Geldstrafe (3 StR 506/10). Der Banker habe die Öffentlichkeit im Juli 2007 mit einer Pressemitteilung in die Irre geführt, in der sein Institut horrende Investments in US-Immobilienkredite verharmloste.

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Trotz der richterlich bestätigten Manipulation hat noch kein IKB-Aktionär Schadensersatz erhalten. Im Gegenteil: Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf hat sämtliche Klagen abgewiesen. Der „Vorwurf der groben Fahrlässigkeit oder gar des vorsätzlichen Unterlassens“ sei unberechtigt, meinen die dortigen Richter. Schließlich habe die gesamte Branche die Risiken unterschätzt, heißt es in einem aktuellen Urteil (I-6 U 7/10).

20. Juli 2007

Die Deutschen Industriebank (IKB) veröffentlicht eine Mitteilung, wonach Subprime-Kredite keine Gefahr darstellen.

Quelle: AP

Überraschender Widerspruch

Ein erstaunlicher Widerspruch zum Votum des BGH im Strafprozess gegen Ortseifen. Aktionäre hoffen deshalb, dass die Bundesrichter die Düsseldorfer Urteile kassieren. Am Dienstag verhandelt der BGH erstmals über eine Anlegerklage – genau 1570 Tage nachdem die IKB drohende Milliardenverluste eingeräumt hatte

Damit kommt nach viereinhalb Jahren Bewegung in die juristische Aufarbeitung der Finanzkrise. Auch in zahlreichen anderen Fällen hoffen Anleger noch auf Schadensersatz – allen voran Käufer von Zertifikaten der US-Pleitebank Lehman Brothers und Aktionäre der verstaatlichten Hypo Real Estate.

Wie stehen die Chancen der Kläger vor Gericht? Und wie lange müssen sie noch auf ein Urteil warten? Ein Überblick.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 20.11.2011, 20:52 UhrAnonymer Benutzer: RDA

    Na hoffentlich wird dann auch Jörg Asmussen mal zur Rechenschaft gezogen. Bisher ist er ja nur befördert worden für seine Glanzleistungen, Gewinne zu privatisieren und Verluste zu sozialisieren.

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