Autoindustrie: Steuervergünstigung für Dienstautos im Gespräch

Autoindustrie: Steuervergünstigung für Dienstautos im Gespräch

von Martin Seiwert und Christian Ramthun

BMW, Daimler und Audi fordern eine steuerliche Entlastung für Fahrer von Firmenwagen. In der Koalition stoßen sie auf offene Ohren, das Finanzministerium sondiert schon die Details einer entsprechenden Neuregelung.

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Limousinen vor dem Reichstagsgebaeude

Nach den Jägern der Abwrackprämie können nun die Fahrer von Dienstwagen auf Geld vom Staat hoffen: Besonders die Luxusautobauer BMW, Daimler und Audi, die kaum vom Absatzschub durch die Abwrackprämie profitierten, drängen auf Unterstützung.

Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), versucht bereits intensiv, politische Entscheidungsträger davon zu überzeugen, dass die Dienstwagen-Steuern sinken müssen. So sollte der Staat vor allem die Fahrer der Dienstwagen entlasten, indem er einen geringeren geldwerten Vorteil für die private Nutzung ansetzt und entsprechend weniger Steuern verlangt. Künftig soll das Finanzamt nicht vom Listenpreis ausgehen, sondern vom tatsächlich gezahlten Preis – und der ist meist sehr viel niedriger. Das würde den Anreiz erhöhen, alte Dienstwagen durch neue zu ersetzen.

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Der Vorstoß trifft bei der Koalition auf offene Ohren. Der Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand und Unions-Fraktionsvize Michael Fuchs hält es für „unsinnig, dass der Fiskus an einem rein fiktiven Listenpreis festhält, da die tatsächlichen Anschaffungspreise viel niedriger liegen“. Die Neuregelung müsse auch für Gebrauchtwagen gelten, sagt Fuchs. „Wenn jemand günstig einen Gebrauchten kauft, ist es nicht zu begründen, den Neupreis zur Besteuerung des geldwerten Vorteils heranzuziehen.“

Inzwischen sondiert das Finanzministerium, wie die Neuregelung aussehen könnte. Denn schon im Koalitionsvertrag steht, die Regierung werde „die Angemessenheit der Besteuerung des geldwerten Vorteils aus der Privatnutzung betrieblicher Fahrzeuge überprüfen“. Die Chancen für eine Reform stehen gut: Schon im Dezember hatte das Finanzministerium eine ähnliche Lösung für die Wagen gefunden, die von den Werksangehörigen der Autohersteller mit Mitarbeiterrabatt gekauft werden. Diese Reform gilt sogar rückwirkend zum 1. Januar 2009.

Im Dienstwagen-Segment führen die deutschen Premiummarken mit einem Marktanteil von knapp 40 Prozent. Alle deutschen Hersteller zusammen kommen auf 87 Prozent. Eine „faire Besteuerung“ könnte den Anreiz zum Kauf erhöhen und der „deutschen Autoindustrie gezielt helfen“, so VDA-Vorstand Arndt Kirchhoff. Wegen der jüngsten Rabattschlachten liegt der tatsächlich entrichtete Kaufpreis nach Einschätzung von Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft an der Uni Duisburg-Essen, um „durchschnittlich 20 bis 25 Prozent unter dem Listenpreis“.

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