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Bankenaufsicht: Banken brauchen weniger Kernkapital

Quelle: dpa

Die Aufseher geben dem Druck der Banken nach, Basel III wird aufgeweicht. Die Geldhäuser dürfen mehr Vermögenswerte als Rücklage für den Krisenfall benutzen.

Laut einem Bericht der französischen Zeitung "Les Echos" sitzen die europäischen Bad Banks auf Schrottpapieren im Wert von mehr als 1.000 Milliarden Euro. Alleine die Bad Bank der belgisch-französischen Bank Dexia besäße faule Kredite und andere Giftpapiere im Wert von 266 Milliarden Euro – Rekord in Europa. Auch die französische Natixis halte immer noch faule Papiere im Wert von 13,5 Milliarden Euro.

Doch nicht nur die französischen Bad Banks sitzen immer noch auf Müllbergen....

Bild: AP

Die Banken haben beim Ringen um strengere Auflagen einem Bericht zufolge einen Teilsieg errungen. Bei den als Basel III bekannten neuen Vorgaben sollen offenbar mehr Vermögenswerte als Rücklage für den Liquiditätspuffer benutzt werden dürfen als bislang geplant, berichtete das „Wall Street Journal Europe“ unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Personen. Die Regierungen weltweit ringen derzeit mit den Banken um strengere Auflagen, um künftig Finanzkrisen besser vermeiden zu können.
Schärfere Kapitalregeln sollen ab 2013 für mehr Sicherheit sorgen. Nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers 2008 mussten viele Banken vom Staat gerettet werden, weil ihr Eigenkapital nicht reichte, um Verluste abzudecken. Zentral ist, dass Banken von Anfang 2013 mehr eigenes Kapital vorhalten sollen, um Risiken aus Kreditgeschäften abzusichern. Zudem müssen die Banken ihre Liquidität erhöhen. Die neuen Vorgaben sollen ab Anfang 2013 schrittweise eingeführt werden und 2019 voll zum Tragen kommen. Im Prinzip stehen die neuen Vorgaben fest. Derzeit verhandeln die einzelnen Banken und auch Länder über die Details, da die von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) aufgestellten Regeln in nationales Recht umgesetzt werden müssen. Nach dem jüngsten Zwischenbericht der BIZ wurde zuletzt in den meisten Ländern an entsprechenden Gesetzentwürfen gearbeitet.

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USA will keine harten Auflagen
Die wichtigsten Wirtschaftsnationen der Welt sind sich allerdings keineswegs einig, wie streng die Vorgaben ausfallen sollen. So wollen zum Beispiel die Briten die Zügel nicht zu eng anziehen, um das Geschäft der für die britische Wirtschaft enorm wichtigen Finanzindustrie nicht abzuwürgen. Auch die US-Amerikaner sperren sich immer wieder gegen zu harte Auflagen für die Banken. So hatten die Vereinigten Staaten den Basel-III-Vorläufer Basel II nie offiziell einführt.

Quelle: dpa
1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 18.06.2012, 11:24 UhrFahrenheit

    Play hardball!
    Das übliche Gezicke. Die Antwort lautet: Entweder spielst du zu meinen Spielregel oder du verlierst die Lizenz! Nur über eine ausreichende Eigenkapitalunterlegung und eine persönliche Haftung ändern Sie das Risikoverhalten.

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