BGH lehnt Anlegerklagen ab: Gefährliche Fließbandarbeit der Anwälte

KommentarBGH lehnt Anlegerklagen ab: Gefährliche Fließbandarbeit der Anwälte

von Martin Gerth

Bei Anlageberatung durch Banken sollte man nicht sparen. Vor allem nicht am Anwalt, wenn man falsch beraten wurde.

Es wäre jetzt einfach die Keule rauszuholen und auf den Bundesgerichtshof einzuprügeln. Die Richter in Karlsruhe hatten mehrere Klagen gegen fehlerhafte Anlageberatung bei geschlossenen Fonds zurückgewiesen, weil die Ansprüche verjährt seien. Auch wenn es für die Anleger schmerzhaft ist, der BGH ist den Argumenten der beklagten Swiss Life Select, dem AWD-Nachfolger, nicht auf den Leim gegangen.

Vielmehr haben die Richter den Anwälten der Kläger eine schallende Ohrfeige verpasst. Die Anträge, die sie im Auftrag ihrer Mandanten bei einer Gütestelle eingereicht hatten, um die Verjährung zu verhindern, waren offensichtlich im Fließbandverfahren erstellt worden.

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Laut BGH fehlten grundlegende Angaben wie die Zeichnungssumme, und der Zeitraum, in dem die fehlerhafte Beratung stattfand. Statt jeden Fall sauber zu dokumentieren, wurden tausende vorformulierte Güteanträge verschickt. Anleger, deren Anwälte solche Schreiben versandt haben, müssen jetzt damit rechnen, dass ihre Klagen scheitern und sie auf den Kosten der Verfahren sitzen bleiben.

Ein Antrag bei einer Gütestelle ist ein kostengünstiger und mitunter sinnvoller Weg, um zu verhindern, dass Ansprüche verjähren. Allerdings ist es wenig sinnvoll, bei der Rechtsberatung zu sparen.

AWD und Swiss Life Select Anleger scheitern vor BGH zu Verjährungsfragen

Schwere Niederlage für geprellte AWD-Anleger: Vier Ehepaare sind mit ihrer Klage gegen den AWD-Nachfolger Swiss Life Select vor dem Bundesgerichtshof gescheitert. Die Ansprüche seien verjährt, urteilten die Richter.

Der Finanzvertrieb wurde von dem Schweizer Versicherer Swiss Life übernommen – und 2013 in „Swiss Life Select“ umbenannt. Quelle: dapd

Nicht erst seit dem BGH-Urteil gehen deutsche Richter gegen schlecht vorbereitete Klagen aus dem Bausatzkosten vor – und das völlig zu recht. Inzwischen hat sich die Rechtsberatung von geschädigten Anlegern zur Massenware entwickelt. Jeder, der irgendwann Geld verloren hat, kann es sich mit minimalem Aufwand wiederholen, so die Werbebotschaft. Das führt letztlich zur Sorglosigkeit und dazu, dass Anleger die Eigenverantwortung von sich weisen.

Am Markt für Anlegerklagen wollen zu viele verdienen - zum Schaden der Anleger, die ihre berechtigten Interessen mit Sorgfalt und Ausdauer vertreten. Sie geraten in den Sog derjenigen, die die Gerichte mit schlampigen Klagen verärgern. Wenn ich als Anleger gegen eine schlechte Anlageberatung klage, dann sollte ich meinem Anwalt genau auf die Finger schauen und den gleichen Fehler, am falschen Ende zu sparen, nicht wiederholen.

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