Bund der Steuerzahler: "Keine weitere Prüfpflicht für Steuerzahler"

ThemaSteuern

Bund der Steuerzahler: "Keine weitere Prüfpflicht für Steuerzahler"

Wegen Personalmangels in den Finanzämtern soll die Steuererklärung künftig einfacher werden: Nach zwei Mausklicks ist alles erledigt. Das wird nicht funktionieren, fürchtet der Bund der Steuerzahler.

Für Rentner und Pensionäre soll es ab 2015 eine vorausgefüllte Steuererklärung geben. Die den Finanzämtern ohnehin vorliegenden Daten zum Beispiel zum Arbeitslohn oder zu den Beiträgen der Krankenversicherung sollen automatisch in ein Computerprogramm übernommen werden.

Tipps zur Steuererklärung

  • Abgabefrist

    Wer seine Einkommensteuererklärung für das Jahr 2015 selbst anfertigt, muss sie bis zum 31. Mai 2016 abgegeben. Wer mehr Zeit braucht, kann beim Finanzamt einen Antrag auf Fristverlängerung stellen. Erledigt ein Steuerberater oder ein Lohnsteuerhilfeverein die Steuererklärung, endet die Frist erst am 31. Dezember 2016.

  • Nachfragen vermeiden

    Damit das Finanzamt die Steuererklärung schnell bearbeiten kann und keine Nachfragen stellen muss, sollten Steuerzahler zu allen Rückforderungen Belege mitschicken. Um die Werbungskosten zu begründen, kann es hilfreich sein, den ausgeübten Beruf möglichst genau anzugeben.

  • Anleitung zur Steuererklärung

    Wer seine Steuererklärung selbst erledigt, sollte auf jeden Fall die Anleitung (von dort aus auf Steuerformular > Einkommensteuer > Einkommensteuer 2014 klicken) lesen, die das Bundesfinanzministerium in seinem Formularkatalog veröffentlicht. Das Finanzamt setzt voraus, dass der Steuerzahler sich diese Anleitung genau durchgelesen hat.

  • Steuererklärung kopieren

    Um den Steuerbescheid später kontrollieren zu können, sollten Steuerzahler eine Kopie ihrer Steuererklärung behalten - entweder gedruckt oder gespeichert als Datei.

  • Rechtsprechung beachten

    Bevor Steuerzahler ihre Erklärung beim Finanzamt abgeben, sollten sie sich über laufende Verfahren zum Steuerrecht informieren. Häufig lässt sich die Rechtsprechung auf den persönlichen Fall übertragen. Auch, wenn ein Sachverhalt noch nicht endgültig geklärt ist, kann es sich lohnen die Ausgaben bei der Steuererklärung geltend zu machen. Bei positivem Prozessausgang besteht auch nach vielen Jahren noch die Chance auf eine Steuererstattung.

  • Elektronische Übermittlung

    Seit 2012 sind sehr viel mehr Steuerzahler verpflichtet, ihre Steuererklärung elektronisch zu übermitteln. Unternehmer müssen nahezu sämtliche Steuererklärungen für den Veranlagungszeitraum 2011 elektronisch an das Finanzamt übermitteln. Ausgenommen von dieser Pflicht sind Arbeitnehmer, die keine sogenannten Gewinneinkünfte haben.

Das Ziel dahinter: Die Steuerklärung soll künftig mit zwei Mausklicks abgeschlossen werden. Das entlaste Bürger und Finanzbehörden, denen ohnehin Personal fehle. Für die übrigen Steuerzahler plant die Koalition die Einführung bis zum Veranlagungszeitraum 2017. Der rheinland-pfälzische Finanzminister Carsten Kühl will diese Pläne über eine Bundesratsinitiative vorantreiben. Bereits ab diesem Jahr soll es möglich sein, die gespeicherten Daten elektronisch einzusehen.

Anzeige

Das sind die wichtigsten Formulare

  • Mantelbogen

    Der Mantelbogen bildet die Basis der Einkommensteuererklärung. Hier tragen Steuerpflichtige auf vier Seiten allgemeine Informationen zu ihrer Person ein und geben Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und weitere Steuerermäßigungen an.

  • Anlage N

    Detaillierte Angaben zum Einkommen sowie Werbungskosten können in der Anlage N vermerkt werden. Für viele Arten von Werbungskosten gibt es hier separate Felder, beispielsweise für die Entfernungspauschale, Fortbildungskosten und Aufwendungen für Arbeitsmittel.

  • Anlage Kinder

    Mit dieser einseitigen Anlage können beispielsweise erwerbsbedingte Kinderbetreuungskosten geltend gemacht werden. Für jedes Kind muss eine eigene Anlage abgegeben werden.

  • Anlage Vorsorgeaufwand

    Hier können Steuerzahler Vorsorgeaufwendungen angeben. Dazu zählen Beiträge zur Altersvorsorge und zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung.

  • Anlage AV

    Für Angaben zu Riester-Verträgen dient die einseitige Anlage AV.

Doch der Bund der Steuerzahler (BdSt) unkt, dass das zu schön sei, um wahr zu sein. "Die Idee einer vorausgefüllten Steuererklärung klingt zunächst gut", sagt BdSt-Präsident Reiner Holznagel. Schließlich melden etwa Arbeitgeber und Versicherer seit geraumer Zeit Daten an die Finanzverwaltung – bisher allerdings geschah dies vor allem zum Vorteil der Verwaltung. Es ist nur gerecht, wenn jetzt auch die Bürger diese Daten einsehen und nutzen dürfen. Dies erhöht die Transparenz. Denn oft wissen Bürger nicht, welche ihrer persönlichen Daten bei Ämtern vorliegen – und ob diese Daten überhaupt korrekt sind. Die Folge: Fehler konnten teils nicht aufgedeckt werden oder wurden aufwendig korrigiert.

SPD-Vorstoß Steuererklärung soll einfacher werden

Zwei, drei Klicks, und fertig: Geht es nach der SPD, können die Deutschen ihre Steuererklärung künftig in wenigen Minuten erledigen. Geprüft wird nur noch stichprobenartig. Dafür steigen die Strafen für Steuertrickser.

huGO-BildID: 19880069 ILLUSTRATION - Ein Kugelschreiber liegt in Straubing (Niederbayern) auf einer Einkommensteuererklärung (Archivfoto vom 16.04.2009). Finanzminister Schäuble will das Verfahren für die Einkommensteuer ab 2012 ändern: Die Bundesbürger sollen ihre Steuererklärung seinem Willen schon ab 2012 nur noch alle zwei Jahre abgeben müssen. Foto: Armin Weigel dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Allerdings warnt Holznagel: "Entscheidend ist, dass der Bürger nicht nur in der Hand des Computers ist. Der Steuerzahler darf nicht ausschließlich als digitaler Datensatz behandelt werden. Er muss entsprechende Einflussmöglichkeiten haben.“ Und genau hier liege die entscheidende Schwachstelle des Vorschlags. Es müsse klar geregelt werden, wer die Beweislast für falsch gespeicherte Daten trägt und wie diese korrigiert werden können. Klar ist: Der Steuerzahler darf nicht mit zusätzlichen Prüfpflichten belegt werden.

Weitere Artikel

Zudem dürfe die elektronische Steuererklärung nicht verpflichtend sein, sondern die Papierform müsse weiterhin akzeptiert werden. Dies sei vor allem wichtig, weil zunehmend Rentner und Pensionäre in die Steuererklärungspflicht rutschen. Von ihnen dürfe nicht verlangt werden, elektronische Programme anzuwenden.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet
Immobilien-Wertefinder

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%