Enthüllungen zu Steueroasen: Steuervorbild Deutschland

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KommentarEnthüllungen zu Steueroasen: Steuervorbild Deutschland

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Den Deutschen ist bewusst geworden, wie riskant Steuerfluchtmodelle sind

von Christian Ramthun

Die veröffentlichten Daten über Steueroasen und -hinterzieher zeigen, dass kaum Bundesbürger betroffen sind. Deutschland ist seit dem Fall Zumwinkel auf dem Weg der Besserung.

Was für ein medialer Sturm! Die Daten über die geheimen Kontoverbindungen von 130.000 Anlegern in Steuerparadiesen der Karibik und Südsee haben eine heftige Debatte über die asozialen Reichen ausgelöst, die sich in ihrer unendlichen Gier weigerten, wie jeder anständige Bürger Steuern zu zahlen. Auch in Deutschland empören wir uns über „die Reichen“. Diktatorentöchter, französische Politiker, zentralasiatische Oligarchen und Gunther Sachs werden genannt. Wobei letzterer seit zwei Jahren tot und seit Jahrzehnten kein deutscher Staatsbürger mehr war, gilt Gunther Sachs als die prominenteste Person, um Offshore-Leaks auch in Deutschland medial verkaufen zu können.

Ärmlich und zweifelhaft ist die Gunther-Sachs-Inszenierung, zumal auch nicht einmal geklärt ist, ob er wirklich Steuern hinterzogen hatte. Aber der Fall hat ja auch sein Gutes. Offenbar sind kaum Bundesbürger unter den Verdächtigen, sonst hätte man sich nicht den toten Sachs herausgepickt. Dass kaum Deutsche dabei sind,  muss bei den Cook Inseln und Britischen Jungferninseln allerdings noch nicht viel heißen, da deutsche Fiskalflüchter sicherlich die Schweiz oder Liechtenstein aus rein geografischen und sprachlichen Gründen bevorzugen dürften.

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Steuerschlupflöcher werden kleiner

Wichtiger ist allerdings die Beobachtung, dass es sich bei den deutschen Kunden der dubiosen Finanzagenturen (von denen die Offshore-Leaks-Daten stammen) um alte Fälle handelt. Das verwundert nicht. Denn spätestens seit der öffentlichkeitswirksamen Hausdurchsuchung beim früheren Post-Chefs Klaus Zumwinkel am 14. Februar 2008 dürfte jeder Deutscher gewusst haben, wie riskant die Steuerfluchtmodelle geworden sind.

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Hinzu kommt, dass die Bundesregierung seit Jahren scharf gegen Steueroasen vorgeht, sei es im Rahmen der OECD, der G20 oder bilateral. Seit 2008 hat die Bundesregierung 42 Abkommen mit Ländern wie Antigua, Liechtenstein oder den Kaimaninseln abgeschlossen, in denen sich die Vertragspartner zum Informationsaustausch verpflichten. Steuerflüchtlinge können immer weniger sicher vor Entdeckung sein,. Allein schon die Möglichkeit, auf einem USB-Stick tausende Bankdaten zu speichern und an Finanzbehörden oder Medien zu schicken, erhöht das Entdeckungsrisiko enorm. Und schließlich hat in Deutschland die Senkung des maximalen Einkommensteuersatzes von 53 auf 42 Prozent (plus Soli und Reichensteuer) dazu geführt, dass sich Vermögende nicht mehr ganz so sehr vom Fiskus verfolgt fühlen.

Deshalb sollten wir zumindest in Deutschland nicht so eine Welle machen wegen Offshore-Leaks. Andererseits ist Offshore-Leaks für andere Staaten von unschätzbarem Wert, als globales Fanal gegen Steuerhinterzieher und hoffentlich eine gute Quelle, um Tausende Steuerhinterzieher und despotische Diebe von Volksvermögen wenigstens zu entblößen und vielleicht sogar zu verurteilen.

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