Erbschaft- und Schenkungssteuer : Vererbtes und geschenktes Vermögen steigt auf über 100 Milliarden

Erbschaft- und Schenkungssteuer : Vererbtes und geschenktes Vermögen steigt auf über 100 Milliarden

Im vergangenen Jahr wurden fast 55 Prozent mehr Geld vererbt oder verschenkt als noch im Jahr 2013. Doch nur jeder dritte Euro davon war steuerpflichtig.

Vermögen im Wert von rund 108,8 Milliarden Euro ist im vergangenen Jahr in Deutschland vererbt oder verschenkt worden - das waren 54,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch berichtete, wurde weitaus mehr verschenkt als vererbt. Nur jeder dritte verschenkte oder vererbte Euro war steuerpflichtig, die Finanzämter setzten insgesamt 5,4 Milliarden Euro Steuern fest.

Der Wert von Schenkungen habe sich um 76,8 Prozent auf 70,5 Milliarden Euro erhöht, berichtete das Bundesamt. Über die Hälfte davon entfiel auf Betriebsvermögen. 2009 hatte der Wert von Schenkungen erst 13 Milliarden Euro betragen.

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Wer Kindern oder nahen Verwandten Vermögenswerte hinterlassen möchte, sollte noch in diesem Jahr über eine Schenkung zu Lebzeiten nachdenken. Warum das vorteilhaft ist.

Nachlass zu Lebzeiten regeln: Schenken hat gegenüber Vererben etliche Vorteile, aber auch ein paar Risiken. Quelle: dpa/Montage

„Möglicherweise beruht der Anstieg auf Befürchtungen der Unternehmer, dass künftig höhere Hürden für die steuerfreie Übertragung von Firmenvermögen gelten könnten“, sagte Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. Derzeit ist eine Reform der Erbschafts- und Schenkungssteuer in Arbeit, nachdem das Bundesverfassungsgericht Ende 2014 geurteilt hatte, dass die seit 2009 geltenden Privilegien für Firmenerben verfassungswidrig sind.

Der Wert von Erbschaften und Vermächtnissen sei um 25,7 Milliarden auf 38,3 Milliarden Euro gestiegen, berichteten die Statistiker. Zu den verschenkten oder vererbten Vermögenswerten gehörten außerdem Bankguthaben, Immobilien, Grundstücke und Wertpapiere.

Freibeträge für Schenkungen

  • Grundsätzliches

    Abhängig vom Verwandtschaftsverhältnis zum Schenkenden gewährt das Finanzamt Freibeträge in unterschiedlicher Höhe. Wer seinen Freibetrag ausgeschöpft hat, muss den darüber hinausgehenden Betrag oder Gegenwert der geschenkten Sache versteuern. Die Höhe der Schenkungssteuer richtet sich nach den Schenkungssteuerklassen, die ebenfalls vom Grad der Verwandtschaft abhängen.

  • Progressive Schenkungssteuerklassen

    Innerhalb der Steuerklassen ist der Steuertarif progressiv. Das heißt: Je höher der Geldwert der Schenkung, umso höher ist auch der zu entrichtende Steuersatz. Dabei ist die Steuer gestaffelt zu bezahlen. Ein Beispiel: Bis zu einem Betrag von 75.000 Euro etwa sind in der Steuerklasse I sieben Prozent Steuern auf den über den Freibetrag hinausgehenden Betrag zu zahlen. Von 75.000 bis 300.000 hingegen sind Steuern in Höhe von 15 Prozent fällig, also 15 Prozent von 225.000 Euro.

  • Wie oft darf geschenkt werden?

    Die Freibeträge sind für die Beschenkten alle zehn Jahre aufs Neue nutzbar. Wer anstatt größere zu vererben lieber schenken möchte, kann sein Erbe so alternativ stückweise in Abständen von zehn Jahren verschenken. Der Beschenkte kann dann jedes Mal den vollen Freibetrag ausschöpfen.

  • Ehepartner

    Der Freibetrag für Ehepartner beträgt 500.000 Euro. Ehepartner werden der günstigsten Schenkungssteuerklasse I zugeordnet.

  • Eingetragene Lebenspartnerschaft

    Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft werden steuerlich Ehepartners gleichgestellt. Der Freibetrag liegt bei 500.000 Euro. Sie werden der Schenkungssteuerklasse I zugeordnet.

  • Kinder und Enkel verstorbener Eltern

    Kinder, Stief- und Adoptivkinder sowie Enkel bereits verstorbener Eltern erhalten einen Freibetrag von 400.000 Euro und werden ebenfalls der günstigsten Steuerklasse I zugeordnet.

  • Enkel und Urenkel

    Enkel, deren Eltern noch leben sowie Urenkel bekommen einen Freibetrag von immerhin 200.000 Euro zugesprochen und müssen Schenkungen darüber hinaus nach den Steuersätzen der Steuerklasse versteuern.

  • Eltern, Großeltern, Geschwister und weitere Verwandte

    Wollen Kinder ihren Eltern etwas schenken, ist der Freibetrag deutlich geringer als bei Schenkungen in die umgekehrte Richtung. Sie haben einen Freibetrag von lediglich 20.000 Euro und müssen alles darüber hinaus gemäß der Steuerklasse II versteuern. Die gleichen Regeln gelten für Schenkungen an Großeltern, den geschiedenen Ehegatten, Geschwister, Neffen und Nichten, Schwieger- und Stiefeltern sowie Schwiegerkinder.

  • Verlobte, Lebensgefährten und alle Übrigen

    Für Verlobte, Lebensgefährten sowie alle übrigen Beschenkten gilt ebenfalls ein Freibetrag von nur 20.000 Euro. Allerdings ist bei ihnen die Schenkungssteuerklasse zusätzlich die ungünstigste Klasse III.

Große Erbschaften oder Schenkungen von über 20 Millionen Euro machten fast die Hälfte der Gesamtsumme aus: Sie stiegen insgesamt auf 51,1 Milliarden Euro und lagen damit um 131,6 Prozent über dem Ergebnis des Vorjahres.

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