Erbschaftsrecht: Wie Sie an Ihr Erbe im Ausland kommen

Erbschaftsrecht: Wie Sie an Ihr Erbe im Ausland kommen

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Demnächst soll es für Hinterbliebene einfacher werden, an ihr Erbe im Ausland ranzukommen.

von Kerstin Dämon

Der Opa hinterlässt eine Finca in Spanien, der Partner Vermögen in Frankreich - und der Erbe muss doppelt Steuern zahlen. Jetzt soll Erben innerhalb Europas einfacher werden.

Wenn jemand stirbt, der Besitz in Deutschland und im Ausland hinterlässt, kommen auf die Hinterbliebenen außer Trauer auch noch Rechtsstreitigkeiten zu. Das Erbrecht innerhalb der Europäischen Union ist nämlich nicht einheitlich geregelt, in manchen Fällen müssen Erben sowohl in Deutschland als auch im Ausland Steuern zahlen. Oft bleibt dann nahezu nichts mehr übrig. Das soll sich nun ändern. Wenn die EU-Regierungen zustimmen, gibt es in drei Jahren ein neues EU-Erbrecht - nach deutschem Vorbild.

Vom Landhaus in Frankreich über die Finca in Spanien bis zur Kunstsammlung in England - laut Schätzungen werden jährlich mehr als 120 Milliarden Euro innerhalb der EU vererbt. Die EU geht derzeit davon aus, dass pro Jahr rund 450.000 Fälle von grenzübergreifenden Erbschaften Gerichte und Anwälte beschäftigen. Um das zu verhindern, hat das EU-Parlament in Straßburg eine Verordnung beschlossen, nach der für jeden Erbfall nur noch ein EU-Mitgliedsstaat zuständig ist. Bisher mischten nämlich alle Beteiligten mit.

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Drei Beispiele:

  • Wer deutschstämmige Angehörige in Schweden hat, hatte sich zwar an deutsches Erbrecht zu halten, seine Erbschaftssteuer ging jedoch nach Schweden.
  • Bei einem Immobilien-Erbe in Frankreich galten die Vorschriften des französischen Erbrechts
  • wer 100.000 Euro von einem in Spanien lebenden Partner oder Angehörigen erbte, zahlte 10.000 Euro an das deutsche Finanzamt und rund 25.000 Euro an deren spanische Kollegen. Zwar besteht die Möglichkeit, die beiden Summen miteinander zu verrechnen, der Erbe zahlt trotzdem mehr als hierzulande üblich.

Dieses Kuddelmuddel kann nicht nur das Erbe schmälern, sondern auch die Hinterbliebenen völlig überfordern. „Wenn schon vor dem Tod absehbar ist, dass der Begünstigte mit der Abwicklung überfordert ist, weil das Erbe über verschiedene Länder verteilt ist, ist fachkundiger Rat unbedingt notwendig“, sagt Heiko Löschen, Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Packenius Mademann und Partner. In einem Fall, mit dem er betraut war, hatte ein Verstorbener Immobilien in Deutschland und Brasilien sowie Firmenbeteiligungen in Deutschland und den USA hinterlassen. „Unter diesen Bedingungen ist der Erbfall sehr komplex“, sagt Löschen. „Es dauerte knapp ein Jahr, bis endlich ein Erbschein ausgestellt war.“

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