Finanzkrise: Citigroup zahlt Anlegern 590 Millionen Dollar

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Finanzkrise: Citigroup zahlt Anlegern 590 Millionen Dollar

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Die Citigroup zahlt im Hypothekenstreit Millionen.

Erfolg für Citigroup-Aktionäre: Im Streit um faule Hypothekenpapiere zahlt die US-Großbank ihren Anlegern 590 Millionen Dollar. Die Kläger hatten im Zuge der Finanzkrise 2008 viel Geld verloren und der Bank Verschleierung vorgeworfen.

Die Citigroup schafft sich eine Aktionärsklage mit der Zahlung von 590 Millionen Dollar (470 Mio Euro) vom Hals. Die Kläger hatten der US-Großbank vorgeworfen, ihr wahres Engagement bei giftigen Hypothekenpapieren zu Beginn der Finanzkrise verschleiert zu haben. Die Bank musste am Ende vom Staat mit Steuergeldern vor der Pleite bewahrt werden. Die Aktien verloren massiv an Wert.

„Citi ist heute ein grundlegend anderes Unternehmen als zu Beginn der Finanzkrise“, erklärte die Bank am Mittwoch. Chef Vikram Pandit hat sich von problematischen Geschäftsbereichen getrennt und das einstige Vorzeigeinstitut der New Yorker Finanzwelt zurück in die Gewinnzone geführt. Auch der Staat hat seine geliehenen 45 Milliarden Dollar zwischenzeitlich zurückbekommen - und zwar mit Zinsen.

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Der nun geschlossene Vergleich betrifft Aktionäre, die zwischen dem 26. Februar 2007 und dem 18. April 2008 Anteilsscheine erworben hatten. Alleine in dieser Zeit hatte sich der Kurs mehr als halbiert auf rund 250 Dollar - und ist bis heute nicht annähernd wieder so hoch gestiegen. Am Mittwoch legte das Papier 1 Prozent zu auf 29,70 Dollar. Die Bank erkannte mit dem Vergleich allerdings keine Schuld an. Die Citigroup wolle schlicht Unwägbarkeiten aus der Welt schaffen und weitere Kosten vermeiden, hieß es. „Wir sind zufrieden, diese Sache hinter uns zu lassen.“

Das Geld wird - nach Abzug der Anwaltsrechnung - unter den Aktionären aufgeteilt. Ein Richter muss dem Vergleich noch zustimmen.

Spektakuläre Urteile gegen Anlagebetrüger

  • Bernie Madoff

    Es ist ein Fall für die Geschichtsbücher: Dem Fondsmanager Bernie Madoff gelang es jahrzehntelang, ein höchst lukratives Schneeballsystem zu betreiben, bei dem die Einzahlungen der neuen Kunden für die Ausschüttungen anderer Kunden verwendet wurden. Mangel an Neukunden kannte Madoff offenbar nicht, denn es gelang im, seine oftmals prominenten und schwer reichen Kunden um insgesamt 65 Milliarden Dollar zu erleichtern. In der Finanzkrise flog der ganze Schwindel auf, weil einige Kunden große Summen abzogen. Im Jahr 2009 wurde Madoff zu 150 Jahren Haft verurteilt.

  • Markus Frick

    Im April 2011 sorgte das Urteil gegen den Börsen-Coach, Ex-N24-Moderator, Buchautor und Börsenjournalisten Markus Frick für Aufsehen. Er hatte ebenfalls Aktien öffentlich empfohlen, die er selbst besaß. Dadurch hat er dem Gericht zufolge 20.000 Anleger getäuscht und 42 Millionen Euro erlöst. Das Gericht brummte ihm ein Jahr und neun Monate Haft auf Bewährung sowie 420.000 Euro Strafzahlung auf. 80 Millionen Euro wurden sichergestellt.

  • Helmut Kiener

    Er gilt als der deutsche Bernie Madoff: Helmut Kiener hat mit seinen Hedgefonds Anleger und Banken mit einem Schneeballsystem im Laufe der Jahre um mehr als 300 Millionen Euro betrogen. Das Urteil für Kiener im Juli 2011: zehn Jahre und acht Monate Gefängnis. Das Landgericht Würzburg verurteilte den 52-Jährigen wegen Betrugs, Urkundenfälschung und Steuerhinterziehung. Erst sehr spät im Gerichtsverfahren hatte Kiener ein umfassendes Geständnis abgelegt.

  • Stefan Fiebach / Christoph Öfele

    Es waren die ersten Urteile in der sogenannten SdK-Affäre, bei der vor allem - inzwischen ehemalige - Funktionäre der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger wegen Kursmanipulation angeklagt waren. Der geständige Börsenbrief-Herausgeber Stefan Fiebach ist zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden, weil er vor allem die Aktien bejubelt hat, die er selbst besaß. Zuvor hatte er die Anschuldigungen gestanden und Kursmanipulation in Mittäterschaft eingeräumt. Nach dem Geständnis von Fiebach räumte auch der ehemalige Sprecher der (SdK), Christoph Öfele, über seinen Anwalt Insiderhandel in 92 Fällen ein und bestätigte damit die Vorwürfe der Anklage in vollem Umfang. Der geständige Öfele war früher neben seinen Börsengeschäften auch Aufsichtsratschef des Fußballclubs 1860 München. Als seine Verwicklung in den Aktienskandal bekannt wurde, legte er den Posten bei den Löwen nieder. Im Gegenzug für das Geständnis verurteilte das Gericht Öfele zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Neben einer Geldstrafe soll Öfele eine Nebenstrafe von rund 220.000 Euro zahlen - was fast dem kompletten Vermögen entspricht, das der 43-Jährige im Verfahren angegeben hat.

  • Raj Rajaratnam

    Der US-Hedgefondsmanager wurde im Oktober in einem Strafverfahren zur Zahlung von insgesamt 63,8 Millionen Dollar sowie zu elf Jahren Haft verurteilt. In einem weiteren Verfahren wurde ihm eine Strafzahlung von 92 Millionen Dollar aufgebrummt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft fuhr Rajaratnam bis zu 75 Millionen Dollar an illegalen Profiten durch Insiderhandel ein. Er soll auf Grundlage von geheimen Informationen gehandelt haben, die ihm von im Wertpapiergeschäft tätigen Freunden und Kollegen zugesteckt wurden. Rajaratnam galt bei seiner Verhaftung als Milliardär, sein Galleon-Fonds verwaltete zu Spitzenzeiten sieben Milliarden Dollar.

  • Allen Stanford

    Dem Geschäftsmann aus Texas wird angelastet, tausende Anleger um ihre Ersparnisse im Gesamtwert von sieben Milliarden Dollar gebracht zu haben. Ein Geschworenengericht hat ihn bereits verurteilt, das Strafmaß wird im Juni verkündet. Stanford drohen bis zu 230 Jahre Haft. Die Geschworenen erklärten Stanford des Betruges, der Verschwörung, der Geldwäsche und der Behinderung der Justiz für schuldig. Auf jeden der Anklagepunkte stehen Höchststrafen von bis zu 20 Jahren Haft. Außerdem soll der US-Investor seinen Opfern 330 Millionen Dollar erstatten. Der Fall flog 2009 auf. Mit seiner auf der Karibikinsel Antigua angesiedelten Firma hat Stanford offenbar mehr als 30.000 Investoren aus über einhundert Ländern um ihr Geld gebracht hat. Vor Gericht plädierte er auf nicht schuldig. Wegen Fluchtgefahr verbrachte Stanford die vergangenen drei Jahre hinter Gittern.

Die Finanzkrise hatte im Jahr 2007 ihren Anfang genommen, als die Immobilienblase in den USA platzte. Da viele Investoren ihr Geld in Wertpapiere gesteckt hatten, die auf US-Hypotheken fußten, geriet das gesamte Finanzsystem aus den Fugen. Die Probleme gipfelten in der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers im September 2008.

Die Finanzkrise führte im Nachhinein zu einer regelrechten Klagewelle. Investoren fühlten sich von Banken betrogen, die einzelne Hauskredite zu komplexen Hypothekenpapieren gebündelt hatten. Der Vorwurf war immer der gleiche: Die Banken hätten gewusst, mit welchem Schrott sie handelten und es bewusst verschwiegen. Viele der beklagten Banken erlitten aber auch selbst hohe Verluste.

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