Gbureks Geld-Geklimper: Gold und Steuern

kolumneGbureks Geld-Geklimper: Gold und Steuern

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Wer in Gold oder Silber investiert, kann es physisch erwerben oder Derivate im Wertpapierhandel erwerben. Steuerlich sind die Anlageformen jedoch nicht gleichgestellt

Kolumne

Wer Geld in Gold anlegt, bekommt es vielfach mit den Steuern zu tun. Doch nur keine Panik, es geht auch ohne.

An sich ist die Geldanlage in Gold ein Kinderspiel: Bei renommierten Edelmetallhändlern zu Tagespreisen Anlagemünzen wie Krügerrand oder Wiener Philharmoniker mit 1 Feinunze Gewicht (31,1 Gramm) oder Barren (z.B. 250 Gramm) und einem geringen Preisaufschlag von etwas über fünf bzw. drei Prozent mehrwertsteuerfrei kaufen, an einem sicheren Ort aufbewahren, warten, bis der Goldpreis sich verdreifacht oder verfünffacht hat, und danach abgeltungsteuerfrei verkaufen.

Wer eine solche Anlagestrategie für verrückt hält, sollte überlegen, ob nicht doch etwas dran sein könnte. Denn so, wie das Papiergeld (oder besser: sein elektronisches Äquivalent) heute weltweit als "Fiat Money" (lat. / engl.: es werde Geld) geschöpft wird, kann es aus diesem Schöpfungsakt nur entwertet hervorgehen – im Vergleich zu realen Werten, wie eben Gold, ebenfalls Silber, Immobilien, Lebensmittel, zum Teil Aktien, etc. Sogar der Kauf von Silberbarren dürfte sich unter den genannten Umständen als profitables Investment erweisen, auch wenn hier beim Kauf zusätzlich zum Preisaufschlag 19 Prozent Mehrwertsteuer zu zahlen sind.

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Anlagegold ist begünstigt

Aber ganz so einfach geht das vermeintliche Kinderspiel dann doch nicht. Sieht man mutig davon ab, dass dem Fiskus durchaus noch etwas einfallen könnte, um die Goldgewinne später mit den Anlegern zu teilen, bietet die Edelmetallszene auch so schon ein verwirrendes steuerliches Bild: Längst haben sich Zertifikate und Terminkontrakte, Fonds (von gängigen Klassikern bis zu ETF- und ETC-Konstrukten, Gold- und Silberkonten, Anleihen und sonstige Surrogate vom Gold, vom Silber und von den übrigen Edelmetallen emanzipiert; was ihren in Euro oder Dollar gemessenen theoretischen Wert angeht, haben sie alle Edelmetallbestände der Welt längst übertroffen. Das hat unter anderem dazu geführt, dass der Fiskus in Aktion getreten ist und mit zum Teil zweifelhaften Steuerregeln zusätzlich für Verwirrung sorgt, zuletzt vor allem mit der Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Soli plus evtl. Kirchensteuer.

Der Reihe nach: Zwei in den 90er Jahren hartnäckig gegen die Brüsseler Bürokratie kämpfenden Männern, Fritz Plass (damals bei der Deutschen Bank) und Werner Knies (ex Degussa) haben wir zu verdanken, dass es schließlich 1998 zur Richtlnie 98/80/EG kam, der zufolge Anlagegold (Barren, Anlagemünzen, Plättchen) seit Anfang 2000 in allen EU-Ländern von der Mehrwertsteuer befreit ist, später ergänzt um die Richtlinie 2006/112/EG (nachzulesen in den EU-Amtsblättern). Die Umsetzung in deutsches Recht steht in § 25 c Umsatzsteuergesetz.

Mehrwertsteuer nach Liste

Dann wird es kompliziert: Da die Mehrwertsteuerfreiheit von Münzen an bestimmte Bedingungen geknüpft ist, veröffentlicht die EU jeweils aktualisierte Listen mit Hunderten von mehrwertsteuerfreien Münzen von A (wie 20 Afghani) bis Z (wie 100 Zaires), nachzulesen in den BMF-Schreiben unter www.bundesfinanzministerium.de. Dort sind auch die in Deutschland beliebten Bestseller aufgeführt, wie Krügerrand, Maple Leaf, Wiener Philharmoniker, Känguru und American Eagle, zum Teil nur unter Nennung von Nominalwerten. Obendrein findet sich unter www.bundesfinanzministerium.de jedes Jahr etwa drei Wochen vor Weihnachten ein Schreiben, das die jeweils geltenden Kriterien für die ermäßigte Mehrwertsteuer von zurzeit sieben Prozent auf Gold- und Silbermünzen nennt.

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