Gutachten: Mehrwertsteuerreform belastet Geringverdiener

ThemaSteuern

Gutachten: Mehrwertsteuerreform belastet Geringverdiener

Bild vergrößern

Eine Reform der Mehrwertsteuer würde vor allem Geringverdiener belasten.

Die von Politikern und Experten seit Jahren geforderte Mehrwertsteuerreform würde vor allem Geringverdiener belasten. Profiteur wäre angesichts der Mehreinnahmen in Milliardenhöhe der Staat.

Für Einkäufe und Dienstleistungen müssen die Deutschen Mehrwertsteuer zahlen - doch ganz so einfach ist es bekanntermaßen nicht. Je nach dem, ob der Kaffee beim Bäcker aus einer Tasse oder vor der Tür in einem Pappbecher getrunken wird, fallen unterschiedliche Sätze an, das Dickicht der Ausnahmen ist nahezu undurchdringlich: Schnittblumen etwa werden vom Gesetzgeber als Ware des täglichen Bedarfs klassiert und sind deshalb mehrwertsteuerbegünstigt. Auch Taxifahrten, Theaterkarten, Hundefutter und Rennpferde werden mit lediglich sieben Prozent besteuert. Babywindeln hingegen werden mit vollen 19 Prozent besteuert - ebenso wie Schuhe, Apfelsaft, Strom, Gas oder Heizöl. Warum das so ist, können nicht einmal Steuerbeamte schlüssig erklären.

Seit Jahren fordern Politiker und Experten deshalb eine Mehrwertsteuerreform, die Schluss macht mit den abstrusen Sonderregelungen und Begünstigten a lá Steuerentlastung für das Hotelgewerbe. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat zwar noch keine Reform angestrebt, aber immerhin schon mal ein Gutachten in Auftrag gegeben, wie sich eine Reform auswirken würde. Das Ergebnis: Vor allem Geringverdiener würden belastet. Profiteur wäre angesichts der Mehreinnahmen in Milliardenhöhe der Staat, wie nach Angaben der „Süddeutschen Zeitung“ aus der Analyse der Ökonomen Wolfgang Wiegard und Christoph Böhringer hervorgeht. Dies sei nicht nur bei einem ersatzlosen Wegfall des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes der Fall, sondern auch bei nur moderaten Änderungen mit der Beibehaltung von Vergünstigungen für Nahrungsmittel und Presseerzeugnisse.

Anzeige

Weitere Artikel

Ein Wegfall der Privilegien würde laut Gutachten zusätzlich Umsatzsteuereinnahmen von knapp 27 Milliarden Euro pro Jahr in die Kassen von Bund und Ländern spülen. Untere Gehaltsgruppen wären davon aber besonders hart betroffen. Würde der ermäßigte Satz nur noch für Nahrungsmittel gelten, käme der Staat nur noch auf Mehreinnahmen von zehn Milliarden Euro. Bliebe der reduzierte Satz auch für Presseartikel erhalten, würden sich die Mehrerlöse auf 8,4 Milliarden Euro verringern. Würde der ermäßigte Satz abgeschafft und durch einen Einheitstarif von 17 Prozent ersetzt, kämen Bund und Länder auf zusätzliche 5,4 Milliarden Euro.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet
Immobilien-Wertefinder

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%