
Der Fall: So schlimm wird es schon nicht sein, dachte sich Frau B. Und ihre beste Freundin macht es ja auch. Und Frau B macht es ebenso. Für ihren schicken Neubaubungalow in Düsseldorf hat sie eine Putzhilfe angestellt, die sie bar auf Kralle bezahlt.
Sozialversicherung und Steuer lässt sie, so wie auch all ihre Nachbarn, unter den Tisch fallen. Doch dann gibt es auf einmal doch großen Ärger und Frau B wird anonym bei den Behörden angezeigt.
Die Gegenseite: Es ist der Zoll, der hier auf der Pirsch ist. Denn er ist für die Bekämpfung der Schwarzarbeit zuständig. Und um besser pirschen zu können, wurde 2004 Personal aus den Arbeitsmarktinspektionen und den Zollbehörden zusammengelegt und im Laufe der Jahre immer weiter aufgestockt.
Unter dem neuen Dach der "Finanzkontrolle Schwarzarbeit" arbeiten derzeit immerhin rund 6.600 Beschäftigte. Sie kontrollieren Sozialversicherungsausweise und fahnden nach illegaler Beschäftigung und Schwarzarbeit.
Private Auftraggeber sind verpflichtet
Doch das Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung bleibt stets unangetastet. Sie kommen also nicht in die Wohnung, um dort illegal Putzende zu stellen. Auch sonst ist der Zoll eher milde. Auf seiner Internetseite erfährt der geneigte Leser, dass man vorwiegend nur dort ermittle, wo schwere Straftaten vermutet werden.
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit bei der Zollverwaltung orientiert sich beim Einsatz ihrer Kapazitäten an der Schadenshöhe und ermittelt deshalb vordringlich im gewerblichen Bereich. Damit sind die Putzfrauen und ihre Arbeitgeberinnen außen vor, und haben wenig zu befürchten. Es sei denn, neidische Nachbarinnen oder verschmähte Liebhaber verraten etwas.
Dabei könnten die Zollbeamten ohne weiteres genauer nachfassen. Das Gesetz zur Intensivierung der Bekämpfung der Schwarzarbeit sieht im privaten Bereich vor, dass bei Gartenarbeiten, Instandhaltungsarbeiten oder Fensterputzen eine Rechnung geschrieben werden muss.
Der private Auftraggeber ist verpflichtet, diese Rechnung zwei Jahre lang aufzubewahren. Damit sollen insbesondere die "Ohne-Rechnung-Geschäfte", die in größerem Umfang zur Steuerhinterziehung führen, unterbunden werden.














