Hilfe vom Finanzamt: So zögern Sie die Steuererklärung hinaus

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Hilfe vom Finanzamt: So zögern Sie die Steuererklärung hinaus

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Wer die Steuererklärung nicht früh genug fertig bekommt, kann eine Fristverlängerung beim Finanzamt beantragen.

von Andreas Toller

Die meisten Arbeitnehmer müssen ihre Steuererklärung bis zum 2. Juni abgeben. Aber es gibt Wege, den Termin hinauszuzögern. Was Steuerzahler in Zeitnot wissen müssen.

Steuernsparen gilt in Deutschland als Volkssport. Kaum eine Gelegenheit bleibt ungenutzt, wenn sich dadurch die Steuerbelastung senken lässt. Trotzdem ist das Ausfüllen eine unbeliebte Aufgabe, für manche gar Quälerei.

Die meisten Arbeitnehmer sind zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Die Frist dafür endet regelmäßig am 31. Mai - normalerweise. Denn in diesem Jahr endet die Frist erst am 2. Juni, weil der letzte Maitag diesmal auf einen Samstag fällt.

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Doch die gute Nachricht ist: Diese Frist lässt sich auf verschiedene Arten verlängern.

Tipps zur Steuererklärung

  • Abgabefrist und Verspätungszuschlag

    Wer seine Einkommensteuererklärung für das Jahr 2015 selbst anfertigt, muss sie bis zum 31. Mai 2015 abgegeben. Wer mehr Zeit braucht, kann beim Finanzamt einen Antrag auf Fristverlängerung stellen. Erledigt ein Steuerberater oder ein Lohnsteuerhilfeverein die Steuererklärung, endet die Frist erst am 31. Dezember 2016.

    Ab 2017 sollen sich die Abgabefristen sowohl mit als auch ohne Steuerberater um jeweils zwei Monate verlängern. Dann können jedoch höhere und pauschale Verspätungszuschläge fällig werden: Pro Monat Fristüberschreitung 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer, mindestens aber 25 Euro. Wer eine die Steuererklärung selbst ausfüllt und eine Steuerrückzahlung erhält, soll davon nicht betroffen sein.

  • Nachfragen vermeiden

    Damit das Finanzamt die Steuererklärung schnell bearbeiten kann und keine Nachfragen stellen muss, sollten Steuerzahler zu allen Rückforderungen Belege mitschicken. Um die Werbungskosten zu begründen, kann es hilfreich sein, den ausgeübten Beruf möglichst genau anzugeben. Ansonsten setzen die Finanzbehörden zunehmend auf die beleglose Steuererklärung und fordern diese nur bei Bedarf an. Bestimmte Belege wie zum Beispiel Spendenquittungen müssen jedoch nach wie vor im Original eingereicht werden.

  • Anleitung zur Steuererklärung

    Wer seine Steuererklärung selbst erledigt, sollte auf jeden Fall die Anleitung (von dort aus auf Steuerformular > Einkommensteuer > Einkommensteuer 2016 klicken) lesen, die das Bundesfinanzministerium in seinem Formularkatalog veröffentlicht. "Das Finanzamt setzt voraus, dass der Steuerzahler sich diese Anleitung genau durchgelesen hat", heißt es beim Bund der Steuerzahler.

  • Steuererklärung kopieren

    Um den Steuerbescheid später kontrollieren zu können, sollten Steuerzahler eine Kopie ihrer Steuererklärung behalten - entweder gedruckt oder gespeichert als Datei. Gute Steuersoftware unterstützt sowohl den elektronischen Versand als auch den späteren Abgleich mit dem elektronisch übermittelten Steuerbescheid.

  • Rechtsprechung beachten

    Bevor Steuerzahler ihre Erklärung beim Finanzamt abgeben, sollten sie sich über laufende Verfahren zum Steuerrecht informieren. Häufig lässt sich die Rechtsprechung auf den persönlichen Fall übertragen. Auch, wenn ein Sachverhalt noch nicht endgültig geklärt ist, kann es sich lohnen die Ausgaben bei der Steuererklärung geltend zu machen. Bei positivem Prozessausgang besteht auch nach vielen Jahren noch die Chance auf eine Steuererstattung. In der Steuererklärung sollte das Aktenzeichen des Verfahrens gleich angegeben werden.

  • Elektronische Übermittlung

    Seit 2012 sind sehr viel mehr Steuerzahler verpflichtet, ihre Steuererklärung elektronisch zu übermitteln. Ausgenommen von Pflicht sind Arbeitnehmer, die keine sogenannten Gewinneinkünfte haben.

Zunächst einmal kann der Steuerpflichtige schriftlich eine Fristverlängerung beantragen. Das geht per Post oder Fax und sollte möglichst vor dem 31. Mai geschehen. In dem Schreiben sollte sowohl die Steuernummer als auch die Steuer-Identifikationsnummer stehen. Wer seinen Sachbearbeiter im Finanzamt bereits kennt, kann sich per E-Mail oder Telefon auch direkt an ihn wenden.

Einen Anspruch auf Fristverlängerung gibt es dabei aber nicht. Letzten Endes liegt die Entscheidung beim zuständigen Sachbearbeiter.

Wichtige Begründung

Deshalb ist eine Begründung wichtig, warum der Termin nicht eingehalten werden kann. Gemeinhin akzeptieren die Finanzbeamten besondere Umstände wie einen Umzug, längere Dienstreisen, eine Erkrankung oder auch fehlende Unterlagen. Der einfache Hinweis auf eine hohe Arbeitsbelastung wird hingegen nicht mehr von allen Finanzämtern akzeptiert.

Auch ein Termin, an dem man die Steuererklärung spätestens vorlegen will, sollte in dem Antrag stehen. In der Regel verlängert das Finanzamt die Frist nicht über den 31. September hinaus - außer in besonderen Härtefällen. Oft richtet sich die Länge des Aufschubs nach den individuellen Begründungen für die Verzögerung.

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