Hoeneß-Prozess: "Wo sind die Bayern-Fans?"

Hoeneß-Prozess: "Wo sind die Bayern-Fans?"

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Nur wenige Bayern-Fans haben sich zum Prozessauftakt vor dem Gerichtsgebäude in München eingefunden. Sie wollen "ihren Uli" unterstützen.

von Matthias Kamp

Riesenrummel beim Prozessauftakt gegen den Präsidenten des FC Bayern München. Doch Fans des besten Fußballclubs der Welt lassen sich fast keine blicken. Die Solidaritätsbekundungen mit dem angeklagten Uli Hoeneß fallen sparsam aus.

Klaus Harrleiter versteht die Welt nicht mehr. „Da scheiße ich als echter Bayern-Fan doch auf jeden Job und komme hierher zum Gericht um den Uli zu unterstützen“, empört sich der 49-jährige Münchner. Harrleiter steht seit Stunden in der Kälte und hält ein weißes Plakat in die Höhe. „Milde für Uli Hoeneß – er tut so viel Gutes“, steht darauf. Doch damit ist er auch schon fast der einzige Unterstützer des Bayern-Präsidenten.

Während Hoeneß sich im Gerichtssaal am Münchner Karlsplatz gegen Vorwürfe wehren muss, er habe gut 3,5 Millionen Euro an Steuern hinterzogen, stehen sich vor dem Justizpalast Journalisten und eine Handvoll Neugieriger auf den Füßen. Mehr als ein Dutzend Übertragungswagen haben vor dem Gebäude geparkt – Fahnen schwenkende Bayern-Fans sind nicht zum Prozess ihres Präsidenten gekommen.

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Schon in den Siebzigerjahren habe er mit Hoeneß in der Südkurve gestanden, erzählt Harrleiter. Jetzt hofft er auf einen fairen Prozess. „Hoeneß hat doch so viel Gutes getan und in Deutschland Millionen an Steuern gezahlt“, sagt der Münchner, „da kann man ihn doch nicht ins Gefängnis sperren.“ Hoeneß in den Knast zu stecken, wäre ein Verlust für das Volk, glaubt er. Es heiße doch immer „Im Namen des Volkes.“, sagt der Fan. Zeitgleich sitzt der Bayern-Präsident im Gerichtssaal im ersten Stock und räumt seine Fehler ein, die er „zutiefst bereut“.

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Auch Adrian Hofheinz hat sich an diesem Montagmorgen aufgemacht, um seine Solidarität mit Hoeneß zu bekunden. Der Münchner ist Mitglied des FC Bayern, geht zu jedem Heimspiel und zu vielen Auswärtsspielen. Für seine Mini-Demo, bei der er ein Plakat mit der Aufschrift „Sulidarität“ hoch hält, hat er seine rote Mütze mit den Spieler-Autogrammen aufgesetzt. Hofheinz hätte an diesem Morgen vor dem Justizpalast schon mal die Meisterschaft gefeiert. „Wo sind die Bayern-Fans“, wundert auch er sich und spielt im Geiste die möglichen Szenarien durch. „Das schlimmste wäre eine Verurteilung.“

Doch auch die Konkurrenz des FC Bayern hat sich an diesem eisig-sonnigen Morgen vor dem Gerichtsgebäude eingefunden. Martin Klugseder ist seit Jahrzehnten Fan des lokalen Underdog TSV 1860 München. Doch er möchte nicht Hoeneß, den Bayern-Präsidenten, sondern einen ganz anderen hinter Gittern sehen: Norbert Walter-Borjans, den nordrhein-westfälischen Finanzminister. „Wer mit Steuergeld gestohlene Daten kauft, gehört eingesperrt“, findet Klugseder. Mit den Käufen solcher CDs in der Schweiz befinde sich Deutschland auf dem besten Weg, eine Bananenrepublik zu werden.

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