Hoeneß-Urteil: Verurteilter Hoeneß tut endlich das Richtige

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KommentarHoeneß-Urteil: Verurteilter Hoeneß tut endlich das Richtige

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Uli Hoeneß verzichtet auf eine Revision und tritt von seinen Ämtern zurück. Die richtige Entscheidung, findet Peter Steinkirchner.

von Peter Steinkirchner

Wie es beim FC Bayern nach dem Urteil gegen den Uli Hoeneß und dessen Rücktritt von allen Ämtern weitergehen wird.

So viel Klarheit herrscht nun immerhin: Uli Hoeneß hat sich mit seiner Familie beraten  - und sehr wahrscheinlich auch das eine oder andere Gespräch mit seinen Kollegen aus dem Bayern-Aufsichtsrat geführt – und legt seine Ämter beim Bundesliga-Tabellenführer nieder. Es ist, um es schlicht zu machen, das Beste, was er jetzt noch machen konnte.

Hatten einige Beobachter eigentlich bereits gestern schon nach der Verurteilung zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren mit einem entsprechenden Schritt gerechnet, hat Hoeneß noch eine Nacht  darüber geschlafen, ehe er heute früh seine persönliche Erklärung verschickte. Dem Macher Hoeneß brachte die eine Nacht immerhin eines: ein Stück Autonomie selbst darüber zu entscheiden, ob er in Revision gegen das Urteil geht oder eben nicht. Dass er sich dagegen entschieden hat, spricht für ihn.

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Verzicht auf Revision Uli Hoeneß akzeptiert Haftstrafe

Uli Hoeneß verzichtet auf eine Revision und akzeptiert damit die Haftstrafe von dreieinhalb Jahren. Zudem tritt er mit sofortiger Wirkung als Präsident und Aufsichtsratschef des FC Bayern München zurück.

Keine Revision: Hoeneß geht ins Gefängnis Quelle: REUTERS

Denn seinem Verein sowie den Mitgliedern von Vorstand und Aufsichtsrat tut er damit endlich den vorerst letzten großen Dienst, den er ihnen bei Licht betrachtet aber auch schon viel früher hätte leisten können. Hoeneß muss eigentlich ziemlich genau gewusst haben, wie seine Lage nach der Anklage aussieht. Er muss ziemlich genau gewusst haben, wie es um ihn selbst und seine Chancen in dem Prozess stand. Mit diesem Wissen wäre es klüger gewesen, bereits nach dem Triumph über Borussia Dortmund im Finale der Champions League im vergangenen Sommer den Posten im Bayern-Aufsichtsrat und als Präsident des Vereins zumindest ruhen zu lassen. Dass er es nicht tat, dafür mag er Gründe gehabt haben. Den Verein und dessen Geschäftspartner hätte er jedoch besser aus der Schusslinie genommen, hätte er sich bis zum Verfahren ein ganzes Stück zurück genommen.

Insofern dürfte nun im Bayern-Aufsichtsrat vor allem Erleichterung darüber herrschen, dass nun Klarheit besteht und Hoeneß sich nicht länger an seinen Sessel klammert. Wer ihm in dem Gremium nun nachfolgen wird, ist dann die nächste Frage. Gehandelt werden aktuell zwei Kandidaten: Edmund Stoiber, Bayerns früherer Ministerpräsident, und Karl Hopfner, der frühere Finanz-Vorstand der FC Bayern AG. Keiner von beiden allerdings verfügt über die Qualitäten, die Hoeneß zur prägenden Figur des Klubs machten. Keiner von beiden hat diese Mischung aus Bierzelt-Tribun und Fußballverstand, keiner von beiden ist ­ Uli Hoeneß.

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