Internetkriminalität: Großkonzerne setzen auf Cyber-Versicherungen

Internetkriminalität: Großkonzerne setzen auf Cyber-Versicherungen

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Internetkriminalität verursacht jährlich Schäden in Billionen-Dollar-Höhe.

Das Internet stellt immer höhere Anforderungen an die Versicherungsbranche. Der Bedarf an entsprechenden Produkten ist gerade bei Großkonzernen groß, wie ein jüngstes Beispiel zeigt.

In der vergangenen Woche meldete  die „Financial Times Deutschland (FTD)“, dass sich der Stahlkonzern Thyssen Krupp gegen Produktionsausfälle durch Cyberattacken in Höhe von bis zu 50 Millionen Euro versichern wolle. Zuerst gab es keinen Kommentar von Seiten des Unternehmens. Dann aber teilten die Essener mit, dass sie tatsächlich den Abschluss einer entsprechenden Versicherung prüften. Eines scheint klar zu sein: Die Suche nach einem Versicherer dürfte sich als schwierig gestalten. Sie könnte aber einen neuen Trend einläuten.

Problemfaktor Supply Chain

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Schwierig könnte die Suche von ThyssenKrupp deshalb werden, weil Cyber-Angriffe bei Unternehmen einen erheblich größeren Schaden als bei Privatpersonen anrichten können. Jochen Körner, Geschäftsführer beim Versicherungsmakler und Risikoberater Marsh, sieht einen möglichen Grund für die Suche der Essener nach einem Versicherer denn auch weniger bei den Cyberattacken an sich, sondern vielmehr beim Thema Supply Chain: „Das größte Problem dürfte die Verflechtung von Lieferketten sein.“ Wenn bei internationalen Großkonzernen nur ein Teil der Lieferkette angegriffen wird, ist die gesamte Produktion in Gefahr.

Die Dimension einer entsprechenden Versicherung wird auch daran deutlich, dass, wie die „FTD“ ebenfalls berichtete, im Fall Thyssen mehrere Versicherer gefunden werden müssen. Ein Umstand, der laut Körner nichts Ungewöhnliches ist: „Die Kapazitäten, die bei Cyberrisiken pro Versicherer gerade gestellt werden, belaufen sich auf 15 bis 25 Millionen Euro. Demnach muss man sich für eine Summe von 50 Millionen zwei bis vier Versicherer ins Boot holen“, so Körner.

Bedrohung größer als durch Drogenhandel

Grundsätzlich sind Cyber-Angriffe nichts Neues. Seit Jahren sorgen sie für enorme Schäden in der Wirtschaft. Erst Anfang des Jahres bezifferte die für Internetsicherheit zuständige EU-Kommissarin Neeli Kroes die Höhe der jährlich durch Cyber-Kriminalität verursachten Schäden mit einer Billion US-Dollar weltweit. Die Bedrohung sei damit größer als die durch den Drogenhandel.

 

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Risiko Online-Handel

Dass die Versicherungsbranche das nicht mitbekommen und einen Trend verpasst hätte, sieht Jochen Körner allerdings nicht: „Cyber-Versicherungen gibt es schon eine ganze Weile. Zudem ist sich die Branche durchaus bewusst, wo noch Handlungsbedarf besteht, etwa wo im Onlinehandel in Zukunft das Versicherungsangebot noch optimiert werden muss. Das betrifft Onlinehändler, die sich gegen Ausfallrisiken absichern sollten für den Fall, dass nach einem Cyberangriff ihre Website brach liegt. Oder grundsätzlich das Thema Smart Grid. Diese intelligenten Stromnetze der Zukunft bieten enorme Vorteile – werden sie allerdings Opfer von Cyber-Attacken, kann ihr Ausfall hohe Schadenersatzforderungen verursachen.“

Es ist davon auszugehen, dass das Thema Cyber-Risiken die Versicherungsbranche noch eine ganze Weile beschäftigen wird.

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