Kleingeld abschaffen: Kleve sagt Kupfermünzen den Kampf an

Kleingeld abschaffen: Kleve sagt Kupfermünzen den Kampf an

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Ein Schild mit der Aufschrift "Geehrte Kunden, wir runden!" ist in einem Geschäft zu sehen.

Einzelhändler in Kleve wollen auf die lästigen Ein- und Zwei-Cent-Münzen verzichten. Die ersten Kunden zeigen sich angetan. Doch ob das Beispiel Schule macht, muss sich erst noch zeigen.

„Geehrte Kunden, wir RUNDEN!“. Das Hinweisschild steht im kleinen Käsegeschäft in der Klever Innenstadt direkt neben der Kasse. Als Emmi Berbers, eine der ersten Kundinnen des Tages, ein Stück Franziskanerkäse für 5,12 Euro kauft, rundet die Verkäuferin Marike van Es ganz selbstverständlich ab. Die Kundin zahlt nur 5,10 Euro. Wäre das Stück Käse einen Hauch größer gewesen und hätte 5,13 gekostet, so hätte die Käseliebhabern 5,15 Euro gezahlt. „Ich finde das gut - egal ob auf- oder abgerundet wird“, sagt Frau Berbers. Das vereinfache den Einkauf.

Auf- oder Abrunden - das tut in Kleve neuerdings nicht nur der Käsehändler. Auch die Metzgerei Quartier schräg gegenüber, die Marienapotheke ein paar Schritte weiter und viele andere Geschäfte in der niederrheinischen Stadt haben den Ein- und Zwei-Cent-Stücken den Kampf angesagt. „Die Idee kam, weil die Banken seit dem letzten Jahr für die Bereitstellung oder die Abnahme von Kleingeld Gebühren erheben“, erzählt Klaus Fischer, Filialleiter von Alexander Herrenmoden. Letztlich werde das Kleingeld damit für die Händler zu einem Verlustgeschäft.

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Der Händlerzusammenschluss Klever City Netzwerk hat deshalb über 800 Händler in der 50.000-Einwohner-Stadt angeschrieben und aufgefordert, ab dem 1. Februar auf die Ein- und Zwei-Cent-Münzen zu verzichten und stattdessen auf 5-Cent-Beträge auf- oder abzurunden. Vorbild sind die benachbarten Niederlande, wo das schon seit Jahren üblich ist. In Deutschland ist Kleve nach Informationen des Handelsverbandes Deutschland (HDE) „die erste Stadt, die so etwas macht“.

Die Teilnahme ist für Händler und Konsumenten freiwillig. Wer als Kunde mit dem Runden nicht einverstanden ist, hat selbstverständlich einen Anspruch darauf, sein Rückgeld centgenau herauszubekommen. Doch scheint dies - zumindest in Kleve - eher die Ausnahme zu sein.

Christof Dammers vom Sportgeschäft Intersport trieb in den vergangenen Wochen die Sorge um, die Aktion könne Kunden vergraulen. „Wir haben die Kunden darum schon im Vorfeld befragt“, erzählt er. „Wir haben keinen gefunden, der dagegen war.“ Eine Kundin, deren Rechnung gerade um einen Cent aufgerundet worden ist, bestätigt die Einschätzung. „Das ist Klasse. Ich finde das sehr gut.“

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2 Kommentare zu Kleingeld abschaffen: Kleve sagt Kupfermünzen den Kampf an

  • In Montenegro ist es auch in den grossen Supermärkten normal, dass gerundet wird. I.d.R. wird abgerundet. Übrigens zahlt man dort mit Euro, früher mit DM. Warum sind die Reichen immer die Geizigsten? Oftmals machen die weniger Reichen sogar mehr Umsatz.

  • Der entscheidende Punkt ist doch, wie gerundet wird. Wenn die Geschäfte Bankgebühren für Kupfergeld sparen wollen, dann sollen sie konsequent auf 5 oder 10 Cent ABRUNDEN. Damit kann jeder Kunde gut leben. Aber je nach krummem Betrag ab- oder aufrunden ist problematisch.

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