Krötenwanderung: Fahrerflucht mit Einkaufswagen

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kolumneKrötenwanderung: Fahrerflucht mit Einkaufswagen

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Wer auf einem Supermarkt-Parkplatz einen Schaden bei einem anderen Auto verursacht sollte sich im Laden oder bei der Polizei melden, um nachträglichen Ärger zu vermeiden

Kolumne von Anke Henrich

Wer vor dem Supermarkt das Nachbar-Auto ramponiert und ausbüxt, bekommt künftig gewaltigen Ärger. Das zeigt ein Fall, der jetzt vor dem Oberlandesgericht entschieden wurde.

Deutsche Gerichte sind sich für nichts zu schade. Um folgenden Sachverhalt ging es in der ersten Instanz: Ein Autofahrer wurde von seinem Chef im Firmenwagen zum Einkaufen geschickt. Vollbeladen mit zwei Einkaufswagen kehrte er zum Parkplatz zurück. Er passte nicht auf und einer der Wagen rollte gegen die Tür des gegenüber parkenden Autos. Offensichtlich mit Schwung, denn die Tür wurde erheblich beschädigt. Der Stiesel machte sich aus dem Staub, ohne eine Adresse zu hinterlassen oder den Laden zu informieren. Sein Pech war ein aufmerksamer Zeuge.

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In erster Instanz wurde der Flüchtling zu einer Geldbuße wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort verurteilt und zu drei Monaten Fahrverbot. Das erschien ihm überzogen und er ging in die nächste Instanz, vor das Landgericht Düsseldorf. Zunächst hatte er Glück. Die Richter dort sahen nur die zivilrechtliche Begleichung des materiellen Schadens als nötig an, aber Unfallflucht habe er nicht begannen. Es habe sich nicht um eine dafür nötige spezifische Gefahr im Straßenverkehr bei der Fortbewegung eines Autos gehandelt.

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Parkplätze gehören zum Straßenverkehr

Die Staatsanwaltschaft betrachtete aber auch einen Parkplatz als Teil des Straßenverkehrs und ging in Berufung. Mit Erfolg, am Ende steht ein Urteil, dass sich jeder Autofahrer gut merken sollte:

„Nach Ansicht des Oberlandesgerichts stellt die Kollision eines auf einem öffentlich zugänglichen Parkplatz zum Beladen eines Fahrzeugs genutzten Einkaufswagens mit einem anderen Fahrzeug einen Unfall im Straßenverkehr dar. Das spezifische Gefahrenpotenzial eines Einkaufswagens besteht nur in dieser typischen Verkehrssituation, so dass sich letztlich im Schadenfall ein typisches Verkehrsrisiko realisiert hat.“

Also vor Ort auf den anderen Autofahrer warten, Zettel mit der eigenen Adresse unter den Scheibenwischer klemmen, im Laden Bescheid sagen oder bei der Polizei melden. 

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