Krötenwanderung: Miete mindern wegen Touristenlärm

kolumneKrötenwanderung: Miete mindern wegen Touristenlärm

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Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass Mietminderungen zulässig sind, wenn der Lärm und andere Beeinträchtigungen durch Nutzer von Ferienwohnungen über erträgliche Maß hinausgehen.

Kolumne von Anke Henrich

Wird die Nachbarwohnung an laut feiernde Touristen vermietet, ist das für Dauermieter unzumutbar, urteilt der Bundesgerichtshof.

Die Idee ist nicht schlecht: Wer in einer bei Touristen beliebten Gegend wohnt, vermietet seine möblierte Wohnung wochenweise an Urlauber statt an Dauermieter. Das bringt dem Wohnungsbesitzer übers Jahr möglicherweise mehr Mieteinnahmen und der Urlauber residiert zum Preis eines bescheidenen Hotelzimmers in einer netten Wohnung.

Verlierer bei dieser Win-Win-Situation sind aber häufig die Nachbarn links und rechts der Urlauber. Wenn die Touristen auf Freigang mal wieder eine richtige Sause in der Leihwohnung feiern, bekommen die Dauermieter nebenan vor lauter Krach kein Auge zu. Die Partygesellschaft ist dann längst über alle Berge,  wenn sich der Dauermieter und Hauseigentümer noch um Minderminderung wegen der Dauerbeschallung zoffen.

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Nun hat der Bundesgerichtshof entschieden: Mieter können bei übermäßiger Ruhestörung durch Touristenwohnungen die Miete mindern. Allein die Tatsache der Vermietung an Feriengäste berechtigt sie dazu aber nicht! Auch wenn das Kommen und Gehen von Fremden manchmal nervt.

Mietminderung berechtigt

Im jetzt verhandelten Fall hatten Mieter einer 100-Quadratmeter-Wohnung in Berlin-Mitte ihren Zins um durchschnittlich 200 Euro im Monat gekürzt. Ihnen wurde das Treiben zu bunt. Die Eigentümergesellschaft vermietet Appartements in dem Hauskomplex an Touristen. Gäste der Touristenwohnungen klingelten gerne nachts, feierten lautstark und vermüllten das Treppenhaus. Das Landgericht Berlin fand das alles weder tragisch noch ausreichend belegt.

Der übergeordnete Bundesgerichtshof war jetzt weniger tolerant: Er hob das erste Urteil auf. Selbst für eine große Wohnanlage gingen die Störungen nachweislich „über das kaum zu vermeidende Maß weit hinaus“.

Die Mietminderung von 200 Euro war demnach berechtigt. Der Bundesgerichtshof überwies das Verfahren zurück an das zuständige Oberlandesgericht.

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