Krötenwanderung: Wann die Versicherung einspringt

kolumneKrötenwanderung: Wann die Versicherung einspringt

Kolumne von Anke Henrich

Keine Lust mehr auf Kreuzfahrt? Reiserücktrittsversicherungen übernehmen weniger als Sie denken.

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Wer nach der Havarie der Costa Concordia von seiner geplanten Kreuzfahrt zurücktreten möchte, darf dabei nicht auf seine Versicherung hoffen.

Beim Anblick der kippenden und sinkenden Costa Concordia vor der toskanischen Küste vergeht Manchem die Vorfreude auf eine geplante Kreuzfahrt. Aber auch in diesem Unglücksfall gilt wie bei allen anderen Gründen, eine bereits finanzierte Reise nicht anzutreten: Nur wenn handfeste und persönliche Gründe vorliegen, erstattet die Reiserücktrittsversicherung dem Urlaubsverweigerer die bereits gezahlten Reisekosten.

Sinnvoll ist die Police trotzdem, vor allem für teure Reisen, denn ansonsten sind oft bis zu 80 Prozent des Reisepreises auch bei Nichtantritt fällig. Empfehlenswert ist sie auch bei Urlauben mit kleinen - also  krankheitsanfälligeren - Kindern.

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Vollschutzversicherung kann sinnvoll sein

Grundsätzlich gilt: Der Urlaubsunwillige muss unerwartet erkrankt und dies von einem Arzt attestiert sein, damit die Versicherung den Reiserücktritt anerkennt. Versicherer dürfen dafür auch ein Facharztattest verlangen, um Gefälligkeitsgutachten vom Hausarzt auszuschließen. Einige Anbieter akzeptieren auch einen Todesfall in der Familie als Rücktrittsgrund oder eine plötzlich eingetretene Arbeitslosigkeit.

Wer Unwägbares auf sich oder seine Familie zukommen sieht, zum Beispiel durch alte Eltern, ist am besten mit einer Vollschutzversicherung bedient. Sie springt auch ein, wenn eine bereits angetreten Reise abgebrochen werden muss. Das gilt nicht für Unfälle oder Krankheiten von Mitreisenden, sondern auch wenn daheim Feuer unterm Dach ist.

Aber Vorsicht vor Tarifen mit Selbstbeteiligung – die rechnen sich oft kaum.

Urteil der Stiftung Warentest

Erst vor vier Wochen hat die Stiftung Warentest wieder 90 Reiserücktrittsversicherungen unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Die Anbieter Würzburger und Hanse Merkur boten die besten Policen, Zurich und Generali waren die Schlusslichter.  Familien kommen mit einer Familienversicherung oft günstiger weg. Bei einem guten Anbieter kostet die um 120 Euro für eine 3000 Euro-Reise.

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